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Metal Gear Survive angespielt: Überleben um jeden Preis, speichern für zehn Euro

In Metal Gear: Survive schlägt die bekannte Agenten-Saga ganz neue Töne an. Statt auf Politik und Pathos setzen die Entwickler auf Zombies und dreiste Mikrotransaktionen: Sogar für einen zusätzlichen Speicher-Slot muss man zahlen.

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Metal Gear Survive angespielt: Überleben um jeden Preis, speichern für zehn Euro

(Bild: heise online)

Konami schickt in Metal Gear: Survive die Fans für einen Überlebenstrip in die Wüste. Mit dem Original hat dieses waschechte Survival-Abenteuer aber nichts mehr zu tun. Ist das der Ausverkauf einer großen Marke?

Metal Gear: Survive spielt zeitlich zwischen Metal Gear Solid 5: Ground Zeroes und Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Söldners, der nach dem Angriff auf die Mother Base in einem Paralleluniversum namens Dite landet. Diese neue Welt ähnelt unserer Erde, wird aber von sogenannten Wandelnden bevölkert, die sich wie Zombies auf jedes menschliche Leben stürzen. Der Spieler macht sich mit anderen Überlebenden auf die Spur einer verschollenen Forschungsgruppe, um hinter das Geheimnis dieser Wesen zu kommen.

Metal Gear Survive (5 Bilder)

Die Gegner sind nicht clever, kommen aber in Massen.
(Bild: heise online)

Die Story klingt ziemlich wirr, aber sie ist für das Spiel nicht wichtig. Statt aufwändiger Zwischensequenzen oder spannender Twists geht es hier nur um das Wesentliche: Zombies töten, Ressourcen sammeln und die Basis aufrüsten. An Werkbänken klickt sich der Spieler durch unübersichtliche Menüs und bastelt an Nah- und Fernwaffen, braut sich Medizin oder reist per Wurmloch von einem Ort zum anderen. Später kann der Spieler seine Charaktereigenschaften verbessern und neue Fähigkeiten lernen. Hunger, Durst und giftiger Nebel setzen ihn ständig unter Druck. Jeder Trip in die triste Einöde sollte deshalb genau geplant sein. Wer möchte, kann zusammen mit drei weiteren menschlichen Spielern ins Abenteuer aufbrechen.

Spielerische Aha-Erlebnisse gibt es kaum. Am Anfang sollten sich die Spieler aus jedem größeren Kampf heraushalten und die Gegner im Schleichmodus ausschalten. Wenn die Wandelnden einmal aufgeschreckt sind, kommen sie in Massen. Dann muss der Spieler entweder fliehen oder sich hinter Barrikaden verstecken. Zunächst sorgt das für Spannung, aber da in den ersten Stunden jede Mission so abläuft, wird das Kampfprinzip schnell eintönig.

Obwohl Metal Gear Survive zum Vollpreis angeboten wird, bilden Mikrotransaktionen einen wesentlichen Teil des Spiels. Wer sich nicht nur mit einem Speicher-Slot begnügen will, muss einen weiteren Platz für 1000 Credits an Ingame-Währung freischalten. Da diese nicht erspielt werden kann, müssen die Spieler für diese Selbstverständlichkeit satte 10 Euro an Echtgeld zahlen – so perfide waren Mikrotransaktionen selten. Für Überlebens-Boosts werden noch einmal ein paar Euro fällig. Nervig ist außerdem der Always-On-Zwang: Obwohl das Spiel einen Solo-Modus anbietet, erfordert Metal Gear: Survive eine permanente Onlineanbindung.

Man muss sich fragen, ob die Publisher aus dem Lootbox-Desaster von Battlefront 2 nichts gelernt haben. Konami verlangt in Metal Gear Survive für eine Selbstverständlichkeit wie einen Speicherplatz Geld – es scheint so, als ob hier nur ein beliebtes Spielgenre mit einer großen Marke verknüpft wird, um die Cash-Cow zu melken. Spielerisch erfüllt dieses Konzept einfachste Genreerwartungen, wird schnell eintönig und sieht nicht besonders schick aus. Momentan taugt Metal Gear: Survive allerhöchstens für beinharte Genrefans.

Metal Gear: Survive ist am 23. Februar für PC, PS4 und Xbox One erschienen und kostet ca. 40 Euro. Für unser Angespielt haben wir ein paar Stunden auf der PS4 gespielt. (Andreas Müller) / (dahe)

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