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Microsoft: Beim Cloud Computing wird es nur wenige Konkurrenten geben

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Die Zahl der Anbieter von neuartigen Software- und Service-Angeboten über das Internet wird sich nach Einschätzung von Brad Smith, Chef-Justiziar von Microsoft, vorerst auf wenige große Unternehmen beschränken. Wie sehr das Cloud Computing künftig die IT-Industrie verändern werde, sei noch nicht absehbar, sagte Smith in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt. "Wir werden aber nicht zuletzt wegen der hohen Investitionskosten eine relativ kleine Zahl von Unternehmen haben, die ein komplettes Paket einschließlich der über den ganzen Globus verteilten Datenzentren anbieten können."

Microsoft war erst vor rund vierzehn Tagen mit der Ankündigung eines eigenen Angebots in den relativ neuen, aber lukrativen Markt eingestiegen. Es gibt bereits zahlreiche Anbieter, die ihren Kunden Software, Dienstleistungen und die Nutzung von IT-Infrastruktur über das Internet offerieren. Unternehmenskunden können zum Beispiel hohe Investitionen in eigene IT-Infrastruktur vermeiden und stattdessen die Dienste entsprechend ihres Bedarfs über das Internet ("Cloud") nutzen.

Zu den großen Anbietern solcher Services werden Smith zufolge unter anderem IBM, Google und Amazon gehören. "Amazon hat sogar einen kleinen Vorsprung." Die genannten Konkurrenten wie auch andere Unternehmen wie der Cloud-Computing-Spezialist Salesforce.com bieten bereits seit einiger Zeit mit wachsendem Erfolg Software und Service- Leistungen über das Internet an. Marktforscher von IDC gehen davon aus, dass der Markt für Cloud Computing bis 2012 auf 42 Milliarden Dollar anwachsen wird.

Microsoft will künftig ebenfalls entsprechende Dienste anbieten. Ende Oktober kündigte der Softwarehersteller unter dem Namen Windows Azure einen Service an, mit dem Kunden das Microsoft-Betriebssystem sowie die Datenspeicherung und weiterer Dienste online abrufen und nutzen können. Für die Azure-Plattform will Microsoft noch in diesem Jahr drei weitere große Rechenzentren bauen. Der Vorteil für Unternehmen liegt darin, dass sie ihre eigenen IT-Ressourcen flexibler nutzen können. "Ein Start-up kann sogar vollständig auf eigene Server verzichten und alles in die Wolke schieben", sagte Smith.

Noch müssten allerdings auch rechtliche Fragen geklärt werden, etwa wo die gerichtliche Zuständigkeit liege, wenn Daten über Grenzen hinweg transportiert werden, so Smith. Zudem sei offen, ob die Datendienste ähnlich wie Telekommunikationsdienste reguliert werden sollten. "Staaten müssen das untereinander diskutieren und bei der Strafverfolgung international zusammenarbeiten", sagte Smith. Vorerst reiche jedoch der existierende Gesetzesrahmen aus. "Auch das Internet hat nicht auf grünes Licht des Gesetzgebers gewartet." (dpa) / (anw)