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Microsoft: Cloud Computing verändert alles

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"Cloud Computing verändert alles"; Steve Ballmer, CEO, Microsoft

"Cloud Computing verändert alles", erklärt Microsoft-CEO Steve Ballmer am 12. Juli 2010 vor gut 9300 Teilnehmern der diesjährigen weltweiten Partnerkonferenz in der US-Hauptstadt Washington. "Der Wandel passiert nicht über Nacht, ist aber auch nicht mehr aufzuhalten", unterstreicht Ballmer. Der Software-Konzern setzt daher auch konsequent seine grundlegende Neuausrichtung auf das Cloud-Geschäft fort – mit neuen Produkten und Services, von der zugrunde liegenden Plattform Windows Azure über Infrastrukturlösungen bis zur Software. "Im vergangenen Jahr hatten wir praktisch keinen einzigen Azure-Anwender, heute nutzen schon gut 10 000 Kunden und Partner die Cloud-Platform", freut sich Ballmer und gibt sich entsprechend optimistisch hinsichtlich der weiteren Entwicklung – etwaigen anhaltenden konjunkturellen Schwierigkeiten zum Trotz.

Cloud Computing eröffne sowohl Microsoft wie auch allen Partnerunternehmen des Herstellers ganz neue Chancen, Kunden zu erreichen, die in der Vergangenheit nicht oder nur sehr schwer zu bedienen waren. Dabei hat der Microsoft-Chef vor allem kleinere Firmen, Abteilungen oder regionale Niederlassungen größerer Unternehmen im Blick. Um eine neue Basis für die Einrichtung und das Hosting von Cloud-Diensten zu schaffen, kündigt Microsoft Azure-Komplettpakete an. In Kooperation mit Partnern wie Fujitsu, Dell und Hewlett-Packard vermarktet der Software-Konzern ab sofort "Windows Azure Platform Appliances". Die Komplettangebote kombinieren spezifizierte Server-Hardware mit Windows Azure und SQL Azure zur Vorbereitung von Rechenzentren für den Aufbau von Cloud-Infrastrukturen.

In Deutschland, wo das Geschäft mit den Cloud Services erst später gestartet wurde, verzeichnet Microsoft inzwischen ebenfalls eine rasant wachsende Nachfrage. Seit der CeBIT 2010 habe der Hersteller die Zahl seiner Kunden hierzulande auf rund 1500 verdreifachen können, verkündet Martin Berchtenbreiter, Direktor Mittelstand und Partner, stolz. Insbesondere vor dem Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation im vergangenen Jahr gibt sich Berchtenbreiter angesichts der jüngsten Entwicklung deutlich optimistischer für das laufende Geschäftsjahr und schließt sich der Einschätzung von Marktforscher IDC an, der für das deutsche Software-Geschäft 2010 ein Wachstum von rund 2,7 Prozent prognostiziert – bei Cloud-Software-Services sei bis 2014 sogar mit einem Plus von mehr als 40 Prozent zu rechnen.

"Während sich das Konsumklima insgesamt erholt, verzeichnen wir im Geschäftskundensegment vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen eine wachsende Nachfrage", erklärt Berchtenbreiter, "Großkunden agieren nach wie vor zurückhaltender." Die IT-Verantwortlichen in mittelständischen Unternehmen beschäftigen sich intensiv mit den Chancen und Möglichkeiten, die Cloud-Dienste eröffnen. Dabei spielen vor allem die Flexibilität und Kostenvorteile durch den Bezug von Software-Services im Subskriptionsmodell eine entscheidende Rolle. Dadurch erschließen sich beispielsweise Optionen, die begrenzten Budgets auf neue Investitionsfelder zu verschieben. Allerdings stehen dem Einsatz von Cloud-Diensten gerade hierzulande immer noch Vorbehalte hinsichtlich der Reife der Angebote, der Sicherheit und Verfügbarkeit sowie des Kostenmanagements und der Integrationsproblematik gegenüber, wie IDC jüngst in einer Umfrage unter knapp 130 deutschen Unternehmen ermittelte.

Die IDC-Studie offenbarte außerdem, dass die Bedeutung von Begriffen wie Cloud Computing oder SaaS in vielen Firmen nicht im Detail bekannt ist. Erst konkret auf spezifische Cloud-Dienste wie E-Mail oder Customer Relationship Management und deren Anbieter angesprochen, bestätigten die Umfrageteilnehmer, solche Services tatsächlich einzusetzen. Pauschal nach dem Einsatz von Cloud Service befragt, antworte die Mehrheit noch mit "bisher nicht", wie Lynn-Kristin Thorenz, IDC Director Research und Consulting für Deutschland und die Schweiz, erläutert. Von den insgesamt 14 abgefragten Cloud-Diensten wird in der Praxis aber schon der größte Teil in den Firmen eingesetzt. Mit einem Anteil von 35 Prozent liegen dabei E-Mail, Kalender- und Security-Services in Front. Aber auch CRM-, Collaborations- und Storage-Dienste sind schon bei einem Viertel der Befragten im Einsatz. (map)