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Microsoft-Deutschland-Chef warnt vor "gravierendem IT-Fachkräftemangel"

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Jürgen Gallmann, Geschäftsführer von Microsoft Deutschland, warnt vor einem "gravierenden Fachkräftemangel" für die IT-Industrie in Deutschland. "Die deutsche Wirtschaft verliert ihr wichtigstes Kapital: die Köpfe", schreibt Gallmann in einem Gastbeitrag für Euro am Sonntag. Gallmann hatte bereits im November beklagt, dass es an Nachwuchs fehle. IT-Unternehmen würden vor diesem Hintergrund Absolventen aus dem Ausland einstellen, sagte er vor drei Wochen. Nun unterfütterte der Microsoft-Deutschland-Chef seine Warnung mit weiteren Zahlen: Schon jetzt könne der Bedarf an IT-Ingenieuren nur zu 80 Prozent gedeckt werden. Das entspreche einer jährlichen Lücke von 2000 Stellen. Der künftig zu erwartende Arbeitskräftebedarf von rund 5000 bis 8000 zusätzlichen Stellen pro Jahr sei dabei noch nicht berücksichtigt.

Auf Dauer gefährde diese Entwicklung "Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit" der deutschen Wirtschaft, schreibt Gallmann weiter. Auch bemängelt er die hohe Zahl der Studienabbrecher im Fach Informatik. Jeder zweite Studienanfänger schließe das Studium nicht ab. Das könne sich "ein Standort wie Deutschland auf Dauer nicht leisten". Zwar begrüßte Gallmann die Einführung neuer Bachelor- und Masterstudiengänge. Allerdings müssten die Studieninhalte erneuert und modernisiert werden.

Rückläufige Absolventenzahlen beklagte bereits im März dieses Jahres der Verein Deutscher Ingenieure. Dessen Direktor Willi Fuchs sprach von einem IT-Fachkräfte-Mangel in Höhe von 4000 mit steigender Tendenz. Analysen des Personaldienstleisters Adecco haben jüngst ergeben, dass vor allem IT-Experten mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen gefragt sind. (anw)

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