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Microsoft: Die Cloud treibt das Geschäft an

Noch vor nicht allzu langer Zeit hing Microsoft allzu zu sehr vom Geschäft mit Windows ab, das mit dem PC-Markt unter Druck geriet. Microsoft-Chef Nadella freut sich nun, dass seine Cloud-Strategie Erfolge zeitigt - wenn auch nicht für alle Mitarbeiter.

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Microsoft hat mit seinen Geschäftzszahlen im abgelaufenen vierten Quartal des Geschäftsjahrs die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 23,3 Milliarden Dollar, der Netto-Gewinn wurde mit 6,5 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Der operative Gewinn legte im Jahresvergleich von 3,1 auf 6,2 Milliarden US-Dollar zu. Die Aktie legte am Donnerstag nachbörslich zeitweise um rund drei Prozent zu.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2017 (das für Microsft am 30. Juni endete) wies der Konzern einen Umsatz von knapp 90 Milliarden US-Dollar aus, ein Anstieg gegenüber 2016 um 5 Prozent. Der operative Gewinn legte um 11 Prozent auf 22,3 Milliarden US-Dollar zu, der Netto-Gewinn stieg um 26 Prozent auf 21,2 Milliarden US-Dollar.

Der zentrale Wachstumstreiber ist mittlerweile das Cloud-Geschäft mit Diensten wie Software und Speicher aus dem Netz. Der Umsatz des Bereichs wuchs um elf Prozent auf 7,43 Milliarden Dollar und das operative Ergebnis nahm um rund 15 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar zu.

Die Konzentration auf das Cloud-Geschäft hat aber auch Auswirkungen für die Microsoft-Mitarbeiter: Bereits Anfang Juli kündigte Microsoft-Chef Satya Nadella an, den Konzern weiter auf die Cloud auszurichten und infolge tausende Stellen abzubauen. Bei der Vorlage der Geschäftszahlen freute sich Nadella nun erstmal, dass "Innovation bei allen unseren Cloud-Plattformen" die starken Ergebnisse im vierten Geschäftsquartal gebracht hätten.

Der Umsatz in der Computer-Sparte sank dagegen in dem Ende Juni abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal um 1,5 Prozent auf 8,82 Milliarden Dollar. Den Ausschlag dafür gab vor allem der weitgehende Ausstieg aus dem Smartphone-Geschäft, durch den Erlöse von 361 Millionen Dollar wegfielen.

Die Umsätze mit den Tablets und Laptops der Microsoft-Marke Surface sanken um zwei Prozent bzw. 20 Millionen Dollar, weil weniger Geräte abgesetzt wurden. Der Rückgang sei aber zum Teil durch den Verkauf teurerer Modelle abgefedert worden, hieß es.

Bei den Windows-Erlösen gab es ein Plus von zwei Prozent bzw. 103 Millionen Dollar. Auch bei Office für Endkunden (einschließlich der entsprechenden Cloud-Dienste) legte der Umsatz um 13 Prozent zu. Office für Unternehmen brachte 5 Prozent mehr Umsatz. Der Umsatz mit Geräten der Xbox-Spielekonsole fiel wegen gesunkener Stückzahlen und Preissenkungen um 29 Prozent. Höhere Erlöse mit Software und Diensten fingen das etwas auf.

Ein weiterer Faktor für das Umsatzwachstum im Jahresvergleich war die Ende 2016 vollzogene Integration des für 26 Milliarden Dollar übernommenen Karriere-Netzwerks LinkedIn. Der Zukauf erzielte einen Umsatz von 1,1 Milliarden Dollar. Zugleich verbuchte das Business-Netzwerk, bei dem Nutzer nach neuen Jobs suchen und berufliche Informationen austauschen können, Betriebskosten von einer Milliarde Dollar. Im Zusammenhang mit der Übernahme verbuchte Microsoft noch einen operativen Verlust von 361 Millionen Dollar. (jk)

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