Microsoft: Kein Direktzugriff auf private PCs geplant

Microsoft will die in die Kritik geratene Lizenzbedingungen für den Windows Media Player nochmals überarbeiten, da diese missverständlich geraten seien.

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Von
  • Nico Jurran

Microsoft will die in die Kritik geratene Lizenzbedingungen für den Windows Media Player nochmals überarbeiten, da diese missverständlich geraten seien. Tatsächlich räumten sich die Redmonder mit dem jüngsten Sicherheitsupdate für den Windows Media Player nach allgemeiner Auffassung in den beigefügten Lizenzbedingungen das Recht ein, auf dem PC des Anwenders automatisch Kopierschutzsoftware zu installieren. Dabei verpflichtete sich das Unternehmen lediglich, sich zu bemühen, das Update auf einer nicht näher bezeichneten Website in nicht näher spezifizierter Weise zu erläutern.

Davon ist nun keine Rede mehr. Vielmehr sei der entsprechende Absatz in der EULA (End User Licence Agreement) ausschließlich für zwei Szenarien vorgesehen, in denen die Sicherheit urheberrechtlich geschützter Inhalte unter Umständen bedroht und damit der Service für Endanwender zeitweise eingeschränkt sein kann, erklärte Microsoft. Das erste Szenario bestehe in dem "selten auftretenden Fall", dass eine Anwendung von Microsoft oder einem anderen Hersteller aufgrund von Manipulation die unautorisierte Wiedergabe von Dateien gestattet, die mit Windows Media Rights Management geschützt sind. Das zweite Szenario umfasse die Änderung der technischen Gegebenheiten, die Anbieter DRM-geschützter Inhalte für die Nutzung ihrer Dateien voraussetzten. In letzterem Fall sei es für Benutzer unter Umständen erforderlich, ihre Anwendungen durch bestimmte Komponenten zu aktualisieren. Die in diesen Fällen erforderlichen Updates beziehungsweise Upgrades würden aber auf keinen Fall automatisch vorgenommen, sondern nur nach Hinweis auf ihre Notwendigkeit und nur mit ausdürcklicher Zustimmung des Nutzers.

Microsoft bemüht sich nun deutlich, die Wogen der Empörung zu glätten. "Microsoft erkennt an, dass der betreffende Absatz in der EULA für den Patch Q320920 sowie für Windows Media Player 7.1 und Windows XP in der derzeitigen Formulierung die zu Grunde liegende Absicht nicht unmissverständlich zum Ausdruck bringt. Aus diesem Grund wird Microsoft so schnell wie möglich eine neue Fassung dieses Absatzes erstellen, die seine Intention und die damit verbundenen Sachverhalte eindeutig klar macht. Festzuhalten ist: Die EULA überträgt Microsoft keinerlei Administratorenrechte für die Systeme von Benutzern. Die Benutzer besitzen zu jeder Zeit vollständige Kontrolle darüber, welche Daten auf ihr System geladen werden und welche Anwendungen sie benutzen können", heißt es im offiziellen Statement der deutschen Dependance des Konzerns. (nij)