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Microsoft .NET Gadgeteer: Prototypen ohne Löten

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Mit der Prototyping-Plattform Microsoft .NET Gadgeteer können Hobbyisten, Ausbilder und Entwickler neue elektronische Geräte entwickeln und testen. Den Kern der Plattform, die aus den Laboren von MS Research im englischen Cambridge stammt, bildet eine Platine mit einem ARM7-Mikroprozessor und standardisierten Steckplätzen. Über diese lassen sich zahlreiche weitere Platinchen mit unterschiedlichen Komponenten anschließen – von simplen Bausteinen wie Tastern oder LEDs über Schnittstellen zu USB, Ethernet oder WLAN bis hin zu einer Kamera oder einem Display.

Die Software, die auf der CPU läuft, fußt auf dem .NET Micro Framework, einer für Embedded-Prozessoren zurechtgestutzten Version von .NET. Dazu kommen spezielle Gadgeteer-Bibliotheken. Programmieren lässt sich das Ganze in der Sprache C# und mit der Entwicklungsumgebung Visual Studio; die kostenlose Express-Edition genügt. Programme, die auf einer per USB an den PC angeschlossenen Gadgeteer-Platine laufen, sollen sich in Echtzeit debuggen lassen.

Sowohl die Hardware-Beschreibung der Platinen und ihrer Schnittstellen als auch das .NET Micro Framework samt der Gadgeteer-Bibliotheken stehen unter quelloffenen Lizenzen und liegen auf Microsofts Open-Source-Website Codeplex zum Download. Als erster Hardware-Lieferant bietet der amerikanische Hersteller GHI Electronics eine breite Palette an Gadgeteer-Komponenten. Ein Starter-Kit mit CPU-Modul, zwölf weiteren Platinen – darunter ein 3,5-Zoll-Touchscreen und eine QVGA-Kamera – sowie den benötigten Kabeln kostet dort knapp 250 US-Dollar. Weitere Hersteller haben laut Microsoft bereits ihre Unterstützung für Gadgeteer zugesagt. (hos)