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IFA

Microsoft: PC heißt jetzt Personalized Computing

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Der Personal Computer (PC) ist tot, die "PC Plus-Ära" hat angefangen. Dabei steht PC für Personalized Computing, das Microsoft als die "größte geräteunabhängige Benutzerplattform der Welt" federführend vorantreiben werde. Dies erklärte Peter Jaeger aus der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland auf der "What's Next-Matinée". Die Matinée, auf der Ray Kurzweil über die Zukunft von Mensch und Maschine referierte, sollte vor allem ein Fazit der IFA 2012 ziehen.

Microsoft und die Zukunft des PC (5 Bilder)

Microsofts Produkt-Offensive

Peter Jaeger: Microsoft wird 2012 so viele neue Produkte herausbringen wie niemals zuvor (Bild: Detlef Borchers / heise online)

Mit 30 neuen Windows 8-Tablets erklärte Microsoft die IFA zu einem herausragenden Erfolg. Nach der Ära des noch von Bill Gates eingeläuteten Zeitalter des Extended PC sieht man die "PC Plus-Ära" dämmern, in der allein Microsoft den Anwendern ein "einheitliches Benutzererlebnis" garantieren könne, meinte Peter Jaeger. Nach seiner Aussage ist der Konzern mit einem jährlichen Forschungsetat von 9,5 Milliarden US-Dollar weltweit führend und könne allein mit dieser geballten Entwicklungsmacht die Zukunft gestalten.

Ray Kurzweil erinnerte zu Beginn seines Referates daran, wie er mit Microsoft Basic programmierte und zitierte Bill Gates "ebenso visionären wie berühmten" Open Letter to the Hobbyists. Mit diesem Brief habe Gates im Alleingang die Grundlage einer Branche geschaffen, die weit über das eigentliche Computern hinausgeht, weil nun die Prinzipien der Informationstechnologie nun auf andere Bereiche, etwa die Gehirnforschung oder die Biologie übertragen werden könnten. Kurzweil nutzte seine Redezeit, um auf sein demnächst erscheinendes Buch "How to Create a Mind – The Secret of the Human Thought Revealed" hinzuweisen. In ihm will er den Beweis führen, dass die Funktionsweise des menschlichen Gehirn "ähnlich wie unbekannte Software" durch ein penibel durchgeführtes Reverse Engineering entschlüsselt werden kann. Nach der Entschlüsselung sei der Mensch als wahrer "Beherrscher seines Hirnes" in der Lage, wirklich intelligente Maschinen zu bauen, die den Turing-Test bestehen werden. Die Entschlüsselung werde in den nächsten 15 Jahren gelingen. Im Unterschied zu früheren Vorträgen über seine Zukunftsentwürfe erklärte der Futurologe Kurzweil wiederholt, dass Kriege wie Friedenszeiten, Wirtschaftszusammenbrüche wie Naturkatastrophen in der Vergangenheit nichts an der Kontinuität der technologischen Entwicklung verändert hätten, die er als einen großen ruhigen Fluss beschrieb. Die Angst vieler Menschen vor der Zukunft sei somit völlig unbegründet.

Was Microsoft in der Forschung aktuell herumtreibt, erklärte schließlich Christoph Bishop vom Microsoft Research Center im britischen Cambridge. Nach seiner Darstellung dreht sich ein Großteil der Microsoft-Forschung um Kinect und die Ausweitung dieser Mensch-Maschine-Interaktion um Avatare und "aktive Objekte". So erweitere die Forschung dank Microsoft Omnitouch die Möglichkeit, per Touchscreen zu kommunizieren, auf beliebige Oberflächen. Bishop zeigte als weitere Entwicklung ein Video von KinÊtre, einem System, das menschliche Bewegungen auf Objekte überträgt. Für Microsoft gehe es immer darum, rechtzeitig Technologietrends zu erkennen und sie vorwegzunehmen. So habe man die FuseLabs gegründet und treibe dort mit dem sozialen Netzwerk So.cl die Entwicklung sozialer Erfahrungen in der "PC Plus Ära" voran.

Siehe dazu auch:

(jk)

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