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Microsoft-Prozess noch lange nicht zu Ende

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Ein Ende des Kartellrechtsprozesses gegen den Softwareriesen Microsoft in den USA ist nicht abzusehen. "Wir werden unser Recht auf Innovation notfalls bis zur letzten Instanz verteidigen", sagte Richard Roy, Chef von Microsoft Deutschland, der Hamburger Zeitung "Welt am Sonntag". Der Prozess werde in die nächste Runde gehen: "Und dann haben wir es nicht mehr mit dem Einzelrichter Jackson zu tun, sondern mit einer Jury von drei Richtern. Die Beweisaufnahme geht noch mal von vorne los."

Roy sprach sich gleichzeitig für mehr Zurückhaltung bei Microsoft aus. "Wir müssen akzeptieren, dass wir an bestimmten Stellen eine marktführende Position haben und Aggressivität zurücknehmen sollten. Wir müssen gelassener werden und nicht mehr um jedes Prozent Marktanteil kämpfen."

Gestern hatten Beobachter in den USA damit gerechnet, dass Richter Thomas Penfield Jackson die so genannte finding-of-facts-Phase des Verfahrens abschließen würde. Damit wird festgehalten, welche Zeugenaussagen, Berichte, Analysen und Einschätzungen das Gericht als bewiesen akzeptiert. Doch der Richter, der vor kurzem die Zwischenbewertung für "einen Freitag" angekündigt hatte, ließ die Journalisten vergeblich warten. Nun richtet sich die Aufmerksamkeit auf den 5. November.

In dem Prozess klagen seit einem Jahr die US-Regierung und 19 einzelne Staaten vor dem Bundesbezirksgericht in Washington gegen Microsoft. Das Unternehmen soll seine marktbeherrschende Stellung bei Betriebssystemen dazu missbraucht haben, auf anderen Märkten Konkurrenten wie Netscape zu verdrängen. Sollte Microsoft des wettbewerbswidrigen Verhaltens schuldig gesprochen werden, könnte die Regierung die Aufspaltung des Weltkonzerns in kleinere Unternehmen beantragen. Das Urteil wird Anfang des Jahres erwartet. (cp)