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Microsoft: SparseLight mit erweitertem Sichtfeld gegen Simulatorkrankheit

Ein Microsoft-Forscher hat ein VR-Headset mit programmierbaren LEDs ausgestattet. Das System funktioniert ähnlich wie Ambilight von Philips und soll die Simulatorkrankheit vermindern.

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SparseLight

(Bild: Microsoft Research )

Die meisten VR-Headsets bieten dem Nutzer ein Sichtfeld von etwa 100 Grad. Auf der ACM CHI 2016 hat Microsoft Research eine Lösung vorgestellt, mit der sich das Sichtfeld sowohl bei VR- als auch bei AR-Anwendungen deutlich vergrößern lässt. Dazu greifen die Forscher Robert Xiao und Hrvoje Benko auf einen Trick zurück.

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In ihrer Studie „Augmenting the Field-of-View of Head-Mounted Displays with Sparse Peripheral Displays“ erweitern sie das Sichtfeld mit einem niedrig aufgelösten Feld aus LEDs. Die rund um die Linsen sowie an den Innenseiten der Brille verbauten LEDs erzeugen ein zusätzliches Sichtfeld. Durch die 70 zusätzlichen LEDs in SparseLightVR entsteht zwar ein nur niedrig aufgelöstes Bild, die preiswert umsetzbare Lösung soll dennoch Simulatorkrankheit bei VR- und AR-Anwendungen deutlich reduzieren.

Dazu werden die auf dem Hauptdisplay dargestellten Inhalte untersucht und in Lichtsignale umgerechnet, die an die zusätzlichen LEDs weitergegeben werden. Die Funktionsweise ist vergleichbar mit Ambilight von Philips. SparseLight sorgt jedoch nicht nur für eine zum angezeigten Bild passende Hintergrundbeleuchtung, sondern kann auch Inhalte darstellen, wenn sie das eigentliche Sichtfeld des Hauptbildschirms verlassen. So wandert ein heller Punkt am Rand der Brille weiter, auch wenn er das eigentliche Display der Brille schon verlassen hat. Dadurch ergibt sich laut den Forschern ein Sichtfeld von 170 Grad.

Auch mit Augmented-Reality-Anwendungen beschäftigt sich die Abhandlung von Microsoft Research. SparseLightAR nutzt 112 LEDs, die reihenweise neben der durchsichtigen Scheibe einer AR-Brille angebracht werden. So ergibt sich ein erweitertes Sichtfeld von 190 Grad. In eigenen Tests will Microsoft eine deutliche Reduzierung von mit Simulatorkrankheit verbundenen Übelkeitssymptomen bei den Probanden festgestellt haben. Das erweiterte Sichtfeld hätte zudem zu einer Verbesserung der situationsbezogenen Aufmerksamkeit geführt. Weitere Informationen zu SparseLightVR und SparseLightAR finden sich im Forschungsdokument von Microsoft. (Denise Bergert) / (axk)

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