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Microsoft Vista schränkt GCC-Software ein

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Microsoft hat offenbar die DPM-Schnittstelle (DPMI: DOS Protected Mode Interface) unter Vista erheblich eingeschränkt, sodass Programmen, die über das schon etwas betagte DPMI Speicher anfordern, nur noch maximal 32 MByte zur Verfügung stehen. Das hat der Professor für Mathematik am Lynchburg College Dr. Thomas R. Nicely anhand des GNU GCC-Compilers 3.04 im Zusammenspiel mit der verbreiteten DPMI-Erweiterung DJGPP 2.03 aufgedeckt. Dr Nicely – spätestens seit seiner Entdeckung des legendären FDIV-Bugs des Pentium-Prozessors einer breiteren Öffentlichkeit bekannt – stellte fest, dass Programme, die unter Windows 98 und Windows XP per DPMI problemlos über den kompletten virtuellen Speicher verfügen konnten, unter Vista auf rudimentäre 32 MByte beschränkt sind. Das betrifft primär mit GCC kompilierte Open-Source-Programme, die nicht die Windows-API benutzen. Wie ein Kurztest von heise online mit seinem Testprogramm vista1.zip (46K) aufzeigte, gilt die Beschränkung nicht nur für das von Dr. Nicely benutzte Windows Vista Home Basic 6.0.6000, sondern auch für Vista Ultimate und wahrscheinlich für alle anderen 32-Bit-Vista-Versionen. Ein Registry-Patch zur Erweiterung des DPMI-Adressbereiches ist derzeit nicht bekannt. Ob allerdings die Unterstützung der alten, aus DOS-Zeiten stammenden Schnittstelle heutzutage noch sinnvoll ist, ist umstritten. Allerdings hat Vista schon mit genügend Inkompatibilitäten zu kämpfen, so dass eine gegebenenfalls unnötige weitere Einschränkung dem Ruf des neuen Betriebssystems nicht gerade zuträglich sein dürfte. (as)

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