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Microsoft: Windows schwächelt, Cloud boomt

Während Microsofts Geschäft mit Windows und Office unter dem schwachen PC-Markt leidet, kann das Cloud-Geschäft dagegen zulegen. Insgesamt aber gehen Umsatz und Gewinn zurück.

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Microsoft Windows 10

Windows 10 brachte bislang nicht die von Vielen erhoffte Belebung des PC-Geschäfts.

(Bild: dpa, Microsoft)

Microsoft konnte im zweiten Quartal des Microsoft-Geschäftsjahrs 2016 (das Finanzquartal endete am 31. Dezember 2015) einen Umsatz von 23,796 Milliarden US-Dollar (21,8 Milliarden Euro) erzielen, ein Rückgang im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahrs um 10 Prozent. Der Gewinn fiel um 15 Prozent auf 4,998 Milliarden US-Dollar (4,6 Milliarden Euro), der Gewinn pro Aktie von 71 auf 62 US-Cent. Der operative Gewinn ging um 23 Prozent von 7,776 auf 6,026 Milliarden US-Dollar zurück.

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Trotz des immer noch hohen Gewinnes erscheint angesichts der Rückgänge erst einmal nicht viel Raum zum Jubeln, doch Microsoft hebt hervor, dass der operative Gewinn unter Ausschluss von Sondereffekten und Währungsschwankungen eigentlich um 13 Prozent gestiegen wäre. Besonders aber freut sich Microsoft, dass ohne boomende Cloud-Dienste Umsatz und Netto-Gewinn noch weiter zurückgegangen wären. Die Argumente stachen auch bei den Börsianern, deren Erwartungen Microsoft mit den Geschäftszahlen übertraf: Nach Schluss des Handels an der Börse in New York legte die Microsoft-Aktie um sieben Prozent zu.

Sorgen dürfte Microsoft allerdings das klassische Geschäft mit Windows bereiten. Der Umsatz der Sparte "More Personal Computing", die für Windows, Geräte und Spiele zuständig ist, ging um 5 Prozent auf 12,66 Milliarden Dollar zurück. In der Sparte "Productivity und Business Processes", vor allem mit Office-Paketen beschäftigt, sank der Umsatz um 2 Prozent auf 6,69 Milliarden Dollar.

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Allerdings fiel der Rückgang in diesen Sparten angesichts des rasanten Schrumpfens des PC-Marktes relativ moderat aus – die Verkäufe der Notebooks und Desktop-Rechner waren um rund ein Zehntel gefallen. Microsoft brachte im Sommer sein neues Betriebssystem Windows 10 auf den Markt. Im Gegensatz zu früheren Versionen konnte es dem PC-Markt jedoch bisher keinen Schub geben – vor allem wohl auch, weil Microsoft es derzeit an die Nutzer mehrerer vorheriger Windows-Varianten verschenkt.

Die Rückgänge in den beiden anderen Sparten konnte das Cloud-Geschäft nicht ausgleichen, auch wenn es kräftig zulegen konnte. Die Sparte "Intelligent Cloud", unter anderem mit Azure und Office 365 am Markt, steigerte den Umsatz um 5 Prozent auf 6,643 Milliarden US-Dollar.

Neben dem Cloud-Geschäft zeigte sich Microsoft auch über einige Erfolge mit Geräten in dem Quartal erfreut, in das das Weihnachtsgeschäft fiel. Die Surface-Tablets und die Spielekonsole Xbox verkauften sich gut. Die Surface-Umsätze etwa stiegen (Währungsschwankungen herausgerechnet) um 29 Prozent. Angesichts der stark zurückgeschraubten Ambitionen mit den Smartphones der übernommenen Nokia verwundert dagegen der Rückgang im Smartphone-Geschäft nicht: Um 49 Prozent ging der Umsatz (bei konstanten Währungskursen) zurück. (jk)

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