Microsoft arbeitet angeblich an eigenem Smartphone

Der Softwarekonzern testet derzeit offenbar Komponenten für ein eigenes Smartphone. Microsoft könnte es in der Hinterhand behalten für den Fall, dass sich Windows Phone nicht wie gewünscht entwickelt.

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Von
  • Volker Briegleb

Microsoft arbeitet einem Medienbericht zufolge an einem Smartphone. Der US-Softwareriese teste derzeit Bauteile für ein Smartphone, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf ungenannte Quellen bei asiatischen Komponentenherstellern. Es sei aber noch nicht ausgemacht, ob das Smartphone in Massenproduktion gehen werde. Die Wirtschaftszeitung deutet die Vorbereitungen als weiteres Indiz für Überlegungen in Redmond, das Geschäftsmodell zu erweitern und ähnlich wie Apple Hardware, Software und Marktplatz anbieten zu können.

In der Branche wird schon eine Weile spekuliert, dass Microsoft an einem eigenen Smartphone arbeitet. Nach der Vorstellung des Surface-Tablets hatte der Konzern noch dementiert. Dennoch halten sich die Gerüchte hartnäckig, zuletzt hatte Windows Phone Central noch einmal Öl ins Feuer gegossen. Microsofts bislang letzter Versuch als Handyhersteller endete mit einer peinlichen Bauchlandung.

In den vergangenen Wochen hatte Microsoft-Chef Steve Ballmer ausweichend auf die Frage geantwortet, ob sein Unternehmen künftig auch selbst Smartphones anbieten wird. "Wir sind ziemlich glücklich damit, dass wir zu den Feiertagen zum Jahresende mit Nokia, Samsung und HTC auf dem Markt sein werden", sagte Ballmer dem Wall Street Journal. "Ob wir einen Plan haben, etwas anderes zu machen oder nicht, werde ich in keiner Weise kommentieren."

Microsofts Smartphone-Betriebssystem Windows Phone hat bisher noch nicht den erwünschten Erfolg. Mit Windows Phone 8 und der engeren Anbindung an die Desktop- und Tablet-Versionen soll sich das ändern. Bisher verlässt sich Microsoft da auf seine Hardware-Partner Nokia, HTC und Samsung. Sollte Windows Phone weiter nicht Fuß fassen, könnte Microsoft dem System mit einem eigenen Gerät auf die Sprünge helfen wollen.

Ein eigenes Smartphone wäre für Microsoft ein weiterer Schritt weg vom alten Geschäftsmodell des Softwareherstellers. Der Konzern hat mit Hardware wechselvolle Erfahrungen machen müssen. Während sich die Spielkonsole Xbox etabliert hat, war dem Zune-Musikplayer ähnlicher Erfolg nicht vergönnt, die erwähnten Kin-Handys waren sogar ein Totalflop. (vbr)