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Microsoft baut EDV-Systeme für Banken

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Microsofts Server-Software soll bald auch die Grundlage für die zentralen IT-Systeme von Banken darstellen: Die japanische Dependance des Redmonder Software-Konzerns geht eine Kooperation mit Nihon Unisys zur Entwicklung von Bank-EDV-Systemen ein. Dazu gründet Microsoft Japan eine eigene Abteilung für Banking Systems. Ein erster Auftrag für die beiden Partner soll bereits von der japanischen Bank Hyakugo vorliegen, berichtet die japanische Finanzzeitung Nihon Keizai Shimbun.

Bislang setzen nicht nur die japanischen Banken für ihre EDV-Systeme, die die zentralen Transaktionen und Datenbanken für das alltägliche Finanzgeschäft verwalten, vor allem auf klassische Mainframes und Unix-Maschinen. Aus der Kooperation mit Nihon Unisys soll das erste Bank-System entstehen, das diese Aufgaben vollständig unter Windows abwickelt. Microsoft sorgte zwar durch Virenangriffe auf Windows-Systeme und Sicherheitslücken in der letzten Zeit immer wieder für Schlagzeilen, die Bank-EDV-Manager kaum zu Begeisterung veranlasst haben -- dass Microsoft-Chef Steve Ballmer bei seiner jüngsten Japanreise Sicherheitsfragen in den Mittelpunkt rückte, wird allerdings hilfreich gegen solcherart Bedenken gewesen sein. Die Partnerschaft mit Nihon Unisys aber dürfte den entscheidenden Faktor darstellen, damit Microsoft bei den Banken mit der eigenen Software reüssieren kann: Die Firma hat laut der Finanzzeitung jahrelange Erfahrung mit Bank-Systemen auf Mainframe-und Unix-Basis.

Microsoft und Nihon Unisys erhoffen sich vor allem, die vielen regionalen japanischen Banken als erste Kunden gewinnen zu können: Zielvorgabe für die Neuentwicklung sei, dass sich Einführung und Betrieb 50 Prozent billiger als bei Mainframes gestalteten und 30 Prozent billiger als bei Unix-Systemen. Aber auch personelle Engpässe könnten das Vorhaben von Microsoft und Nihon Unisys fördern: Japanische Banken hätten in letzter Zeit zunehmend Schwierigkeiten, Spezialisten für die Mainframes zu finden, mit denen sie bislang noch arbeiten, meint Nihon Keizai Shimbun. (jk)