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Microsoft droht Niederlage gegen Steffi Graf

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Im Rechtsstreit um Internet-Fakes von Steffi Graf im Internet droht dem deutschen Ableger des US-Software-Konzerns Microsoft eine Niederlage. Das von Microsoft angerufene Oberlandesgericht Köln neige zu der Auffassung, das Unternehmen sei für die von einem privaten Internet-Nutzer verbreiteten Bilder rechtlich verantwortlich, sagte ein Gerichtssprecher heute. Das Urteil soll am 28. Mai verkündet werden (Az.: 15 U 221/01).

Microsoft hatte gegen eine auf Antrag von Graf erlassene einstweilige Verfügung des Landgerichts Köln Berufung eingelegt. Die ehemalige Tennis-Weltranglistenerste hatte im vergangenen Jahr geklagt, weil in einem privaten Internet-Forum unter MSN.de Steffi-Fakes gezeigt und zum Kauf angeboten worden waren. Ihr Kopf war auf verschiedene nackte Körper montiert worden. Die 32-Jährige sah durch die Bilder, die über eine von der Microsoft GmbH verwaltete Internet-Adresse erreichbar waren, ihre Persönlichkeitsrechte verletzt.

Microsoft hatte die Angebote zwar umgehend sperren lassen, wollte aber eine von Graf geforderte Unterlassungserklärung nicht unterzeichnen. Die Firma trage keine Verantwortung für anrüchige Inhalte und könne die in den Microsoft-Foren angezeigten Texte und Bilder nicht ständig kontrollieren. Der 15. Senat des OLG deutete in der mündlichen Verhandlung eine gegenteilige Rechtsauffassung an. Microsoft habe den Internet-Zugang als "technisches Werkzeug" verwaltet, Werbe-Banner in dem betreffenden Forum geschaltet sowie offiziell die Nutzungsrechte übernommen. (dpa) / (cgl)

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