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Microsoft erhält Patent auf Windows-Anwendungen in HTML

Unter der Patent-Nr. 6,662,341 hat Microsoft in den USA am 9. Dezember ein Patent zugeteilt bekommen, das die Entwicklung von Windows-Anwendungen in HTML umfasst. Beantragt wurde das Patent bereits am 20. Mai 1999, das allerdings nicht einfach nur Windows-HTML-Anwendungen beschreibt, sondern spezielle Methoden, mit denen solche Anwendungen außerhalb des normalen Webbrowsers arbeiten und nicht auf dessen Navigationsfunktionen angewiesen sind. Microsoft erklärt auf einer eigenen Website genauer, wie sich der Konzern HTML-Applications vorstellt, die in dem nun erteilten Patent definiert sind.

Microsoft spricht in dem Patent, das bislang nur in den USA Gültigkeit hat, davon, durch die beschriebenen Methoden unterlägen die in HTML programmierten Windows-Anwendungen nicht den Restriktionen, die mit Webbrowsern verbunden seien. Dadurch könnten die Anwendungen beispielsweise von nicht so starken Sicherheitsmechanismen profitieren: Die Anwendung dürfe, anders als normale HTML-Anwendungen im Web, etwa ohne Einschränkungen auf dem lokalen Rechner lesen und schreiben. Für Microsoft besteht der Vorteil darin, dass durch die Nutzung von HTML für Windows-Anwendungen auch technisch nicht so bewanderte Personen Applikationen entwickeln könnten, da HTML und Script-Sprachen wie VBScript leichter zu erlernen seien als C, C++ oder Visual Basic. Da viele Nicht-Techniker HTML beherrschten, sei es sinnvoll, damit Anwendungen entwickeln zu können, bei denen eine eigene Bedienschnittstelle unabhängig vom Webbrowser definiert werden könne und die außerhalb des Sicherheitsmodells arbeiteten, das mit dem Browser verbunden sei.

Vergleichbare Techniken, wie sie Microsoft für Windows-Anwendungen beschreibt, liefern beispielsweise die Mozilla-Entwickler mit dem XPToolkit für plattformunabhängige User-Interfaces, die aber auf XML-Definitionen aufbauen. Gegenüber US-Medien erklärten Microsoft-Manager bereits, das neue Patent habe nichts zu tun mit dem berüchtigten Eolas-Patent für Browser-Plug-ins, die nicht HTML-kodierte, in Webseiten eingebettete Objekte nahtlos -- also ohne das Öffnen eines neuen Browser-Fensters -- auf dem Bildschirm des Surfers darstellen. Das Eolas-Patent wird gerade erneut vom US-Patentamt unter die Lupe genommen, ob es überhaupt Gültigkeit beanspruchen kann. Die in dem neu zugeteilten Patent beschriebenen Techniken seien bereits in Windows eingebaut und würden genutzt, hieß es in Redmond. Damit verbunden ist aber offensichtlich auch die nahtlose Einbindung der Browser-Engine in das Betriebssystem, da sie für die Ausführung der Anwendungen zuständig ist. Microsoft hatte vor kurzem erst eine neue Lizenzpolitik verkündet, mit dem andere Firmen einfacher von Microsoft patentierte Techniken, etwa im Umfeld des FAT-Dateisystems, lizenzieren können. (jk)

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