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Microsoft erklärt Pilotphase für Download-Lizenzprüfung für beendet [2. Update]

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Bereits vor Monaten kündigte Microsoft an, dass Downloads für Windows 2000 und XP künftig nur noch für Microsoft-Kunden bereit stehen, die vor dem Download den CD-Key überprüfen lassen, mit dem Windows installiert wurde. Ausgenommen sind lediglich als sicherheitskritisch eingestufte Patches sowie Service Packs. Als Ausgleich erhalten die Kunden kostenlosen Zugang zu besonderen Downloads, etwa Vollversionen von üblicherweise kostenpflichtigen Anwendungen. Die Überprüfung besteht in einem Abgleich des CD-Keys, der zur Installation von Windows benutzt wurde, mit einer schwarzen Liste von Schlüsseln, die als kompromittiert gelten. Steht der Schlüssel in der Liste, bricht der Download ab und der Anwender bekommt einige Fragen zu dem Händler gestellt, bei dem er Windows erworben hat.

Ziel dieses Programms namens "Windows Genuine Advantage" (WGA) ist laut Microsoft nicht, Endanwender mit geklauten Windows-CDs ausfindig zu machen, sondern Händlern auf die Spur zu kommen, die ihren Kunden Windows-CDs ohne Lizenz verkaufen. Wer unwissentlich auf einen solchen Händler hereingefallen ist und Microsoft Informationen über ihn liefert, den Kaufbeleg vorlegt und die Produkt-CD an Microsoft sendet, soll im Gegenzug ein legale Lizenz erhalten.

Die Pilotphase von WGA hat Microsoft nun für beendet erklärt. Unklar ist allerdings, was genau das bedeutet: So spricht die US-Version von Microsofts Mitteilung zu dem Thema davon, dass eine WGA-Überprüfung ab sofort bei allen Downloads erforderlich sei, die nicht als sicherheitskritisch eingestuft sind. Die Mitteilung von Microsoft Deutschland hingegen spricht weiterhin von einer Überprüfung "auf freiwilliger Basis".

Bislang jedenfalls stehen sowohl im deutschen als auch im US-Downloadcenter Patches, Trial-Versionen und anderen Software auch ohne WGA-Prüfung bereit -- sofern überhaupt von ihr die Rede ist, kann sie stets spätestens im zweiten Schritt übersprungen werden. Möglicherweise erfolgt die Umstellung in den nächsten Tagen, gut möglich ist aber auch, dass lediglich die Software zum Überprüfen des Keys die Beta-Phase verlassen hat und sonst bis auf Weiteres alles beim Alten bleibt -- bei der neuen Version der Überprüfungssoftware hebt Microsoft hervor, dass der Anwender den CD-Key nicht mehr selbst eingeben muss. Nachfragen von heise online zu den Unterschieden in der deutschen und der US-Mitteilung konnte Microsoft bislang nicht beantworten.

[Update]:
Microsoft hat gegenüber heise online mittlerweile bestätigt, dass die WGA-Prüfung künftig auch in Deutschland bei allen als nicht sicherheitskritisch eingestuften Downloads zwingend vorgeschrieben ist. Unklar sei noch, warum die Download-Seiten noch nicht umgestellt sind, dies sollte eigentlich bereits geschehen sein.

[2. Update:]
Mittlerweile hat Microsoft seine Download-Seiten umgestellt und schreibt bei vielen nicht sicherheitskritischen Updates die WGA-Prüfung zwingend vor. Zu erkennen sind sie in der Übersicht an dem kleinen Pfeil neben der Bezeichnung der Software. Viele Programme sind im Download-Center aber weiterhin auch ohne Prüfung verfügbar, und bei anderen wie beim Media Player 10 lässt sich die Prüfung umgehen, wenn man das Programm stattdessen über das Windows-Update herunterlädt -- ob das so bleibt, ist weiterhin unklar.

Bei einem Aufruf der Windows-Update-Seite versucht Microsoft, das "Windows-Genuine-Advantage-Überprüfungstool" für den Internet Explorer zu installieren. Allerdings scheint die Prüfung selbst dabei noch nicht stattzufinden, die folgt erst beim Versuch, ein Programm im Download-Center herunterzuladen.

Windows merkt sich, wenn die Überprüfung einmal erfolgreich durchlaufen wurde, bei weiteren Downloads ist sie dann nicht mehr notwendig. (axv)

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