Microsoft erweitert sein deutsches Cloud-Angebot

Ab sofort hostet Microsoft Office 365 einschließlich Teams und einige weitere Dienste für deutsche Firmenkunden auf deutschen Rechnern.

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(Bild: Quelle: Microsoft)

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Vorerst für kommerzielle Neukunden mit deutscher Rechnungsanschrift hostet Microsoft die Server zu seiner Office-Mietsoftware Office 365 ab sofort standardmäßig in deutschen Rechenzentren. Das gilt auch für die Chat-, Videocall- und Data-Sharing-Anwendung Teams, den Nachfolger von Skype for Business. Europäische Bestandskunden sollen "zu einem späteren Zeitpunkt" Gelegenheit zur Migration auf diese Server erhalten. Für alte und neue Abonnenten sollen dadurch keine zusätzlichen Kosten anfallen.

Microsoft Teams ersetzt Skype for Business und läuft ab sofort auf deutschen Servern.

Ab sofort stehen die deutschen Rechenzentren auch für erste Anwender von Microsoft Dynamics 365 Customer Service, Field Service, Sales und Project Service Automation zur Verfügung; weitere Dynamics-365-Dienste sollen folgen, heißt es in einem Blogbeitrag von Microsoft.

Wie seit vergangenem August für die Azure-Plattformangebote virtueller Maschinen und Serveranwendungen läuft die beteiligte Hardware laut Microsoft zwar unter dessen Eigenregie in Deutschland, ist aber in Microsofts weltweites Servernetz eingebunden.

Um europäischen Anforderungen gemäß der DSGVO gerecht zu werden, hat der Sortwarekonzern im November seine Datenschutzklauseln für Großkunden angepasst und selbst Verantwortung für die Sicherheit der bearbeiteten Kundendaten übernommen. Er schließt damit die Lücke, die sich seit Abkündigung des 2016 eingeführten Modells der Microsoft Cloud Deutschland mit Daten-Treuhänderschaft durch die Deutsche Telekom geöffnet hat, und bewirbt sich verstärkt um Akzeptanz bei deutschen Firmenkunden und behördlichen Anwendern. Allerdings ist bis heute nicht klar, ob tatsächlich alle Office-Funktionen ohne Zugriffe auf US-amerikanische Server auskommen, und wie weit im Rahmen des Microsoft-Netzwerks vom Ausland aus, etwa für Authentisierungszwecke auf deutsche Serverinhalte, zugegriffen werden kann. Diesbezügliche Auskünfte waren heute auf Nachfrage nicht von Microsoft zu bekommen.

[Update 21.02.2020 10:51]:

Eine erste Teilantwort auf unsere Anfrage lieferte Microsoft mit der Auflistung, in welchen Regionen die Kundendaten für die verschiedenen Dienste im Ruhezustand gespeichert werden – also dann, wenn sie gerade nicht bearbeitet werden. Demnach liegen alle Daten zu Office Online einschließlich Teams, Exchange und SharePoint Online Outlook Mobile sowie Delve in Deutschland, Daten zum Chatdienst Yammer sowie fürs Azure Active Directory (also Konto- und Konfigurationsdaten) jedoch unverändert auf Servern irgendwo im EU-Gebiet (vermutlich in Dublin oder Amsterdam). Lediglich bei Daten für Workplace Analytics und Sway bekennt Microsoft eine Speicherung in den USA.

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(hps)