Microsoft fordert neue Ausschreibung in München [Update]

Der Softwarekonzern meint, der Konkurrenz sei einseitig die Chance eingeräumt worden, ihr Angebot nachzubessern.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 1687 Beiträge
Von
  • dpa

Microsoft fordert von der Stadt München die Wiedereröffnung der Ausschreibung für die Software-Ausstattung von 14.000 Computern in der bayerischen Landeshauptstadt. "Wir fordern einen fairen Wettbewerb", sagte Firmensprecher Hans-Jürgen Croissant am Dienstag. Politiker des rot-grünen Rathausbündnisses hatten sich am Montag für ein Angebot der Unternehmen IBM und SuSE Linux AG ausgesprochen.

Der faire Wettbewerb sei außer Kraft gesetzt worden, sagte Croissant. "Unseren Mitbewerbern wurde einseitig die Chance eingeräumt, ihre ursprüngliche Offerte auf der Grundlage detaillierter Kenntnis des Angebots von Microsoft Deutschland nachzubessern." Microsoft habe am Dienstag dem Münchner Oberbürgermeister Christian Ude "ein in einigen Punkten konkretisiertes beziehungsweise näher spezifiziertes überarbeitetes Angebot zugeschickt".

Die Grünen im Münchner Rathaus teilten unterdessen mit, die Firma Microsoft habe ihr Angebot an die Stadt noch einmal nachgebessert. Ein Schreiben an das Direktorium der Stadt beziffere die zusätzlichen Einsparungen für die Stadt auf rund sieben Millionen Euro. Dennoch wolle die grüne Stadtratsfraktion an der Entscheidung für Linux festhalten. Er habe "Zweifel an der Seriosität derartiger last-minute-Angebote", betonte Grünen-Stadtrat Jens Mühlhaus. "Die strategische Entscheidung für Linux bleibt richtig, auch wenn Microsoft jetzt noch ein besseres Angebot vorgelegt hat", unterstrich Mühlhaus. Langfristig werde es sich für die Stadt auszahlen, sich von einem Anbieter zu befreien, der eine monopolartige Stellung einnehme und diese offensiv verteidige.

IBM und die SuSE Linux AG wollten am Dienstag keine Stellung abgeben. SPD und Grüne, die im Münchener Rathaus über eine Mehrheit von insgesamt 43 der 80 Sitze verfügen, setzen auf das freie Betriebssystem Linux und ein Office-Paket aus dem Open-Source-Bereich. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat am Mittwoch. (dpa) / (anw)