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Microsoft geht gegen "Klickwäsche" vor

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Der US-amerikanische Softwarekonzern und Werbevermarkter Microsoft ist nach eigenen Angaben einer sich zunehmend verbreitenden Form des Klickbetrugs auf die Spur gekommen. Dabei umgingen die Betrüger Prüfmechanismen, die Microsoft in seinem adCenter-Netz eingebaut hat, um offensichtlich "nicht gültige" Klicks auf kostenpflichtige Online-Werbeeinblendungen auszusortieren. Dafür nutzten sie beispielsweise in Computern von ahnungslosen Anwendern eingeschleuste Malware. Von dort aus würden ohne Wissen der Nutzer Klicks auf Anzeigen erzeugt. Sie sollen unverdächtig wirken, da sie von vielen verschiedenen Rechnern kommen, die "glaubwürdige Quellen" vortäuschen. Dafür würden auch Weiterleitungen und Scripts benutzt.

Microsoft bezeichnete den Vorgang analog zur Geldwäsche als "Klickwäsche". Um dem Problem zu begegnen, hat der Konzern bei einem Bundesbezirksgericht im US-Bundesstaat Washington gegen eine Firma und einen Unbekannten geklagt. Microsoft ist den Beschuldigten nach eigenen Angaben auf die Spur gekommen, da es im Werbenetzwerk eine "ungewöhnliche" Häufung von Klicks auf Links gegeben habe, die zu zwei Webseiten führten.

Klickbetrüger setzen darauf, dass jeder Klick Geld kostet. So soll das Werbebudget von Website-Betreibern, die mit ihnen konkurrieren, geschmälert beziehungsweise erschöpft werden. Außerdem kann die eigene Werbung und die von Auftraggebern durch Klicks eine bessere Platzierung erhalten. Das waren nach Angaben von Microsoft auch die Motive von drei Personen, die das Unternehmen voriges Jahr im Juni verklagt hatte. Inzwischen habe es eine Einigung zwischen Microsoft und einem der Beklagten gegeben. Deren Details sollen geheim bleiben. Das Gerichtsverfahren habe dafür gesorgt, dass die in der Anklage beschriebene Klickbetrügerei beendet wurde und dass Microsoft seine Ermittlungsinstrumente verfeinern konnte. (anw)

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