Menü

Microsoft gibt Details zu Windows Mobile 6 bekannt

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 78 Beiträge

Nachdem eine französische Tageszeitung bereits vorab die Neuerungen von Windows Mobile 6 aufgezählt hat, sieht sich auch Microsoft gezwungen, schon vor der offiziellen Veröffentlichung am kommenden Montag Daten über das Mobil-Betriebssystem mit Codenamen Crossbow preiszugeben. Windows Mobile 6 baut auf embedded Windows CE 5 auf und soll in einer Version für Geräte mit (Pocket PC) und ohne (Smartphone) Touchscreen auf den Markt kommen.

Im Internet sind bereits erste Screenshots des neuen Betriebssystems aufgetaucht; auf den ersten Blick hat sich nicht viel verändert, denn an der Bedienoberfläche hat Microsoft nur wenig gefeilt. Lediglich ein paar Schönheitskorrekturen wie neue Programm-Icons oder geringfügige Änderungen in der "Heute"-Ansicht sind festzustellen.

Fast alle Neuerungen finden sich beim neuen Betriebssystem im zugehörigen Programmpaket. Die E-Mail-Einrichtung unter Outlook Mobile soll nun per einfach zu bedienendem Assistenten noch schneller als bislang vonstatten gehen. Das E-Mail-Program zeigt auch HTML-Inhalte inklusive Bildern und Textattributen an. Angetippte Web-Verknüpfungen öffnen den Pocket Internet Explorer und zeigen die Seite an. Wie schon bei Windows Mobile 5 wird die Pushmail-Technik Direct Push Bestandteil des Betriebssystems sein. Mit einem entsprechend konfiguriertem Exchange-Server im Gespann aktualisiert sich der E-Mail-Posteingang selbstständig.

Windows Live Mobile, das Web-Service-Paket von Microsoft in seiner Mobil-Form, wird ein fester Bestandteil des Systems. Die Windows-Live-Services bestehen unter anderem aus E-Mail, Chat, Homepage und Suchfunktion. Chats mit mehreren Teilnehmern gleichzeitig sollen nun möglich sein, genauso wie das Senden von Bildern, Voice-Notes und anderen Dateien während des Gesprächs.

Generalüberholt hat Microsoft auch die Pocket-Office-Suite, bestehend aus Word Mobile, Excel Mobile und PowerPoint Mobile. Die Programme kennen mehr Formatierungen als ihre Vorgänger. Auch sollen sie nun endlich nicht länger vom PC importierte Dokumente beim erneuten Abspeichern verstümmeln – ein Manko, das Windows-Mobile-Nutzer schon jahrelang bemängelten.

Verschlüsselungs-Tools sorgen laut Microsoft für mehr Sicherheit bei Pocket-PC-und Smartphone-System. Sowohl im Hauptspeicher als auch auf der Speicherkarte können Daten nun durch Verschlüsselung vor fremdem Zugriff geschützt werden. Auf Wunsch kann das Gerät mit einer Sicherheitsabfrage belegt werden. Bei mehrmaliger falscher Eingabe führt das System eine vollständige Löschung aller Daten durch. Windows Mobile 6 wird auch einen VoIP-Client enthalten, der unter anderem das SIP-Protokoll versteht. Microsoft fügt einen Internet-Sharing-Assistenten hinzu, mit dem sich in wenigen Schritten das Windows-Mobile-Smartphone in ein Bluetooth-Funkmodem verwandelt.

Auch an den Mobiltelefon-Applikationen hat Microsoft gearbeitet: Sowohl MP3- als auch WMA-Töne können nun nicht nur als Klingelton eingesetzt, sondern mit einem beliebigen Ereignis verknüpft werden. Die Anrufer-History ist zudem übersichtlicher und die Suche in Kontakten komfortabler gestaltet.

Die Bedienoberfläche von Windows Mobile 6 ähnelt eher dem Look von Windows Vista, mit dem das Mobil-Betriebssystem ideal zusammenspielen soll. Erst kürzlich veröffentlichte Microsoft den Abgleich-Manager Windows Mobile Device Center 6, der nur auf Windows Vista läuft. Wie gut Windows Mobile 6 mit vorigen ActiveSync-Versionen zusammenarbeitet, bleibt bislang offen. Voraussichtlich auf der 3GSM in Barcelona wird Microsoft erste Prototypen mit Windows Mobile 6 zeigen und das Betriebssystem offiziell veröffentlichen. (dal)

Anzeige
Anzeige