Microsoft investiert in Spionage-Technologie

In der aktuellen c't (Heft 24/98, Seite 90) wurde es noch als hypothetische Möglichkeit angeführt: Entsprechend programmierte Software könnte die elektromagnetische Strahlung von Computersystemen so manipulieren, daß s

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Von
  • Oliver Diedrich

In der aktuellen c't (Heft 24/98, Seite 90) wurde es noch als hypothetische Möglichkeit angeführt: Entsprechend programmierte Software könnte die elektromagnetische Strahlung von Computersystemen so manipulieren, daß sich darüber Informationen übertragen lassen. Ein geeigneter Empfänger kann diese Strahlung noch in einiger Entfernung vom Rechner auffangen und die enthaltene Information dekodieren.

Nun berichtet der Scientific American in seiner aktuellen Ausgabe, daß Microsoft Forschungen an der Universität Cambridge mit 20 Millionen Dollar unterstützt hat, die genau dieses Ziel verfolgen. Mit dem Geld sollten neue Abwehrmöglichkeiten gegen Raubkopierer erforscht werden. Ross Anderson, Forscher in Cambridges Computerlabor, hat die Mittel genutzt, um eine versteckte Informationsübertragung mittels Monitorstrahlung zu realisieren. In einer Demonstration führte er einen Rechner vor, dessen Monitor das Wort "Oxford" anzeigte, während an einen Empfänger "Cambridge" übertragen wurde. Erreicht wurde die Informationsübermittlung durch geschicktes Dithering der Monitoranzeige. Auf demselben Weg könnte beispielsweise Software ihre Seriennummer ausstrahlen - zum Auffinden von Raubkopierern würde dann ein mobiler Empfänger genügen, der durch Geschäftsviertel fährt. (odi)