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Microsoft kauft 25 Prozent von Corel

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Mit einer Investition von 135 Millionen US-Dollar greift Microsoft dem angeschlagenen kanadischen Softwarehersteller Corel unter die Arme. Wie Corel am Montag bekanntgab, hat der Softwareriese aus Redmond 24 Millionen Vorzugsaktien ohne Stimmrecht zum Preis von je 5,625 Dollar gekauft. Die Anteile können in eine voll stimmberechtigte Beteiligung umgewandelt werden; mit knapp 25 Prozent des Aktienkapitals wäre Microsoft dann einer der größten Anteilseigner von Corel.

Die Kanadier standen nach dem Scheitern ihrer Pläne für eine Fusion mit Inprise kurz vor der Pleite. Im August erklärte der Unternehmensgründer und CEO Michael Cowpland überraschend seinen Rücktritt. Ehemals stärkster Konkurrent von Microsoft im Markt für Office-Software, spricht Corel jetzt von einer "strategischen Allianz" und will Software für die ".NET"-Initiative der Redmonder beisteuern, die darauf abzielt, Web-basierende Applikationen und Dienste anzubieten.

Teil der Vereinbarung ist die Beilegung "bestimmter rechtlicher Fragen", die Corel nicht näher spezifizieren wollte. Das erinnert an die Deals, die Microsoft mit Apple und mit Inprise unter ähnlichen Umständen getroffen hat. Beide hätten Microsoft möglicherweise vor Gericht bringen können und brauchten Geld; beide Fälle endeten mit "Schwamm drüber", als der Redmonder Riese mit einer namhaften Investition zur Hilfe kam. Corels Interim-CEO Derek J. Burney beeilte sich aber zu versichern, dass seine Firma keine rechtlichen Schritte gegen Microsoft eingeleitet hatte.

Das wesentliche Motiv, das Microsoft zu der Hilfeaktion bewogen hat, dürfte freilich in der kartellrechtlichen Auseinandersetzung mit der US-Regierung und 19 US-Bundesstaaten liegen, die demnächst in die Berufung geht. Der Konkurs eines Wettbewerbers hätte Microsofts Argumentation erheblich geschwächt. (cp)