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Microsoft patentiert automatische "Task List" für Software-Entwicklung

Die Redmonder Softwareschmiede Microsoft hat vom US-Patentamt das Patent mit der Nummer 6,748,582 zugeteilt bekommen. US-Medien reagierten darauf bereits mit bitterem Zynismus; handelt es sich bei dem gewährten Patent doch um eines, das prinzipiell die Funktionen einer "To Do"-Liste abdeckt. Genauer gilt das Patent für: "Eine Methode, einen Apparat oder eine Software, die dazu dient, einem Softwareentwickler seine Aufgaben zu verwalten, indem sie ihm eine Aufgabenliste (...) zur Verfügung stellt."

Beobachter witzeln, dass Verbraucher in den USA fortan vorsichtig beim Einkauf im Supermarkt sein müssen; habe Microsoft nun doch Patentrechte auf ihre Einkaufsliste. Genauer betrachtet, spezifiziert das Patent den Einsatzzweck der beschriebenen Methode dann doch etwas genauer: To-Do-Kommentare im Sourcecode führen dazu, dass die entsprechenden Aufgaben in die Task List aufgenommen werden; werden sie dort dann als erledigt markiert, entfernt das System die zugehörigen Kommentare aus dem Sourcecode.

Angesichts solcher Patente nimmt allerdings die Softwareentwicklergemeinde die Erfolge der Redmonder beim Zusammenstellen eines umfangreichen Patentportfolio mit weniger Humor auf. In der Konsequenz befürchten viele eine Klagewelle, die der Open-Source-Gemeinde mächtigen Schaden zufügen könnte.

Unterdessen geht der Streit in der Europäischen Union um Softwarepatente weiter. Die Patentgegner fordern von der irischen Regierung, die zurzeit die EU-Präsidentschaft innehat, die endgültige Abstimmung von der Agenda des nächsten Treffens des Europäischen Rates zu nehmen. (tol)

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