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Microsoft präsentiert Xbox 360 [Update]

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Microsoft hat seine nächste Spielkonsole Xbox 360 in den USA in einer MTV-Sendung vorgestellt. Demnach bestätigen sich viele der bereits zuvor geäußerten Spekulationen. So wird die Konsole von einer CPU auf Basis des IBM PowerPC mit drei Kernen angetrieben, von denen jeder mit 3,2 GHz getaktet ist und denen jeweils eine VMX-128-AltiVec-Einheit unter die Arme greift. Jeder Kern kann zwei Threads gleichzeitig verarbeiten, wobei ihm 128 VMX-128-Register zur Verfügung stehen. Alle drei Kerne nutzen einen 1 MByte großen L2-Cache. Die Rechenleistung der CPU gibt Microsoft mit 9 Milliarden Dot Product Operations pro Sekunde, also 45 Gigaflop an. Die CPU soll aus 165 Millionen Transistoren bestehen und in drei Werken von IBM gefertigt werden.

Ein Frontsidebus mit einer Transferrate von 21,6 GByte/s verbindet den Hauptprozessor mit dem 150 Millionen Transistoren zählenden Grafikprozessor von ATI, der mit 500 MHz getaktet ist und über 48 Unified-Shader-Pipelines verfügt, die sowohl als Pixel- wie auch als Vertex-Shader genutzt werden können. Jede Pipeline kann eine Milliarde Operationen pro Sekunde durchführen. In die GPU integriert sind 10 MByte embedded DRAM, die mit einer Transferrate von 256 GByte/s angebunden sind und als Framebuffer fungieren. Die GPU soll bis zu 500 Millionen Polygone pro Sekunde berechnen können und bei vierfachem Anti-Aliasing (Multi-Sampling) auf eine Füllrate von 16 Milliarden Samples pro Sekunde kommen, was einer Pixelfüllrate von 4 Milliarden Bildpunkten entspricht. Zum Vergleich: Aktuelle ATI-GPUs für den PC arbeiten mit 16 Pipelines, können rund 800 Millionen Polygone pro Sekunde berechnen und kommen auf eine Füllrate von etwas über 8 Milliarden Pixeln.

512 MByte GDDR2 RAM sind über eine Unified Memory Architecture mit einer Transferrate von 22,4 GByte/s eingebunden, sodass sie sowohl als Grafik- wie auch als Hauptspeicher dienen. Die Southbridge kümmert sich um die I/O-Ports und die Soundverarbeitung. Die Xbox 360 kann über 256 Kanäle mit 32 Bit verarbeiten und mit 16 Bit bei 48 KHz an ein Surround-Boxen-System ausgeben. Als Codecs werden AC-3, DTS und Dolby Pro Logic II unterstützt.

Zu Weihnachten 2005 bringt Microsoft seine Teraflop-Konsole Xbox 360 für 299 US-Dollar auf den Markt.

Die gesamte Gleitkommarechenleistung der Xbox 360 gibt Microsoft mit einem Teraflop an. Damit die Konsole dabei nicht ins Schwitzen kommt, hat Microsoft sich ein spezielles Kühlsystem mit einer Kombination aus Wasserkühlung und Lüftern überlegt und kann die Prozessoren nach belieben heruntertakten und einzelne Bereiche lahm legen, wenn sie nicht genutzt werden. Lüfter und Wasserkühlung passen sich der Wärme automatisch an und drehen beim Abspielen einer DVD langsamer als beim Spielen. So soll die Xbox 360 leiser als die Xbox sein.

Zur Speicherung von Daten dienen eine abnehm- und aufrüstbare 20-GByte-Festplatte, ein 12X-DVD-ROM-Laufwerk und zwei Slots für 64-MByte-Speicherkarten.

Bis zu vier Spielcontroller finden kabellos Anschluss an die Konsole. Sie funken dabei auf dem 2,4-GHz Band und haben eine Reichweite von zehn Metern. Über einen speziellen Xbox-Knopf kann man mit ihnen die Konsole auch Ein- und Ausschalten und über den bereits mitgelieferten und kostenlosen Xbox-Live-Service Silver online gehen. Dieser erlaubt es bereits, mit anderen Spielern zu chatten und sich -- zum Teil gegen Bezahlung -- Filme, Musik und Demos herunter zu laden. Für Multiplayer-Spiele ist der kostenpflichtige Xbox-Live-Gold-Service nötig, der auch Video-Chats erlauben soll. Die Xbox 360 verfügt dazu über einen Ethernet-Port und unterstützt die WLAN-Protokolle 802.11 a/b und g. Weitere Pheripherie wie eine Digitalkamera oder MP3-Player können über drei USB-2.0-Ports angeschlossen werden. Dazu gibt es eine Xbox-Live-Kamera mit eingebautem Mikrophon und einer Video-auflösung von 640 × 480 Bildpunkten, die Einzelbilder mit 1,3 Megapixeln aufnehmen kann. Jeder Spieler kann darüber hinaus ein Headset an seinen Controller anschließen.

Der Funk-Controller erlaubt das Ein- und Ausschalten der Konsole über den Xbox-Knopf in der Mitte.

Ein Media Center Extender ist bereits eingebaut, und so kann man hochauflösende Filme und Musik von einem Windows-Media-PC direkt auf die Konsole streamen. Die Xbox 360 kann von Haus aus DVD-Videos im Progressive-Scan wiedergeben. Alle Spiele sollen das 16:9-Format bei Auflösungen von bis zu 720p und 1080i mit Anti-Aliasing unterstützen. Klar ist derzeit nur, dass es einen analogen Video-Ausgang geben wird. Ob die Xbox 360 auch digital über DVI oder HDMI angeschlossen werden kann, sagte Microsoft noch nicht.

Microsoft nennt auf seiner Webseite als Veröffentlichungszeitraum das Weihnachtsgeschäft 2005 für die USA, Europa und Japan. Microsofts deutsche Presseagentur konnte einen Starttermin und Preis für Deutschland allerdings noch nicht nennen. Analysten vermuten, dass die Konsole mit Festplatte, einem Funk-Controller und der Möglichkeit, Video-DVDs abzuspielen in den USA rund 299 US-Dollar kosten wird. Fernbedienung, Headsets und Digitalkamera wären im Preis nicht enthalten. Bisher hat der Konzern nichts dazu verlauten lassen, ob sich bisherige Xbox-Titel auch auf der Xbox 360 spielen lassen. In Deutschland wird die Xbox 360 am heutigen Freitag Abend um 19:00 Uhr auf dem Musiksender MTV vorgestellt. (hag)

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