Menü

Microsoft präzisiert Pläne für Funktions-Updates bei Windows 10

Dass man unter Windows 10 Home das Einspielen von Funktions-Updates nicht verhindern kann, war bekannt. Jetzt wird klar: Es gilt auch für Windows 10 Pro, Enterprise und Education. Einen Update-Stopp bietet nur eine zuvor unbekannte Edition.

von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 851 Beiträge
Windows Update
Anzeige
Microsoft: Windows 10 Home 64Bit, DSP/SB (deutsch) (PC) (KW9-00146)
Microsoft: Windows 10 Home 64Bit, DSP/SB (deutsch) (PC) (KW9-00146) ab € 94,49

Die wesentliche Neuerung von Windows 10 ist die Umstellung von einem herkömmlichen Betriebssystem zu "Windows as a Service": Neue Funktionen spart Microsoft nicht mehr jahrelang für die nächste Windows-Version auf, sondern liefert sie als Funktions-Updates aus, sobald sie fertig sind. Als fertig gelten sie, wenn sie von den Teilnehmern des "Insider"-Programms getestet wurden. Dort gibt es sie zuerst im "Fast" und dann im "Slow"-Ring. Anschließend bekommen die Nutzer von Windows 10 Home die Updates, und zwar ohne dass sie eine Möglichkeit haben, das Einspielen zu verhindern.

Windows 10 Build 10162 (8 Bilder)

Schon Windows 10 Build 10162 soll die bislang stabilste und schnellste Vorabversion des kommenden Betriebssystems sein. Neuere Builds sollen aber die Stabilität erhöhen, am Aussehen ändert sich nichts mehr.
(Bild: Screenshot)

Nutzer von Windows 10 Pro, Enterprise und Education hingegen dürfen das Einspielen verzögern, wenn sie wollen. An sich war das bereits bekannt, allerdings hatte Microsoft es in einem PDF so dargestellt, als gäbe es bis zu drei weitere Ringe für diese Editionen – es sind aber nur zwei Ringe, und den drei genannten Editionen steht nur einer davon zusätzlich zur Verfügung. Andre Hansel, "Senior Product Manager Windows & Devices" bei Microsoft, bestätigte gegenüber heise online, dass man bei den drei Edition nur die Wahl hat, Funktions-Updates sofort einzuspielen oder auf den Ring "Current Branch for Business" zu wechseln.

Im Ring "Current Branch for Business" kommen die Updates später, damit man sie vorher testen kann. Der genaue Zeitraum der Verzögerung steht noch nicht fest, vermutlich werden es mehrere Monate sein. Ein Punkt, der bislang so noch nicht klar war: Eine Option zum Auswählen einzelner Updates ist auch bei diesem Ring nicht geplant, auch nicht via WSUS oder ähnliche Mechanismen. Spätestens einige Monate nach Fertigstellung einer neuen Funktion wird sie bei diesen Editionen also auf allen mit dem Internet verbundenen Windows-10-Rechnern installiert sein.

Pro, Enterprise und Education vorbehalten ist "Windows Update for Business". Das ist kein weiterer Ring, sondern eine Option, die das Festlegen von Wochentag und Uhrzeit des Einspielens erlaubt, aber kein längeres Herauszögern.

Außerdem erlaubt "Windows Update for Business" die Peer-to-peer-Verteilung der Updates im Netz und bietet eine Integration in Microsofts System Center.

Für diejenigen, die ganz auf das Einspielen der Funktions-Updates verzichten wollen, gibt es einen weiteren Ring namens "Long Term Servicing Branch" (LTS). Bislang hieß es, er sei der Edition "Windows 10 Enterprise" vorbehalten, die nur mit Volumenlizenzvertrag erhältlich ist. Das klang danach, als könne man bei Windows 10 Enterprise auswählen, ob man die Updates sofort, verzögert oder gar nicht bekommt, doch offenbar ist es nicht so.

Stattdessen gibt es eine spezielle LTS-Edtition. Das geht hervor aus einer Website, auf der Microsoft die Liste der KMS-Client-Setup-Keys veröffentlicht (mehr zu dieser Aktivierungsmethode in der Meldung Windows-Aktivierung künftig auch bei Volumenlizenzen). Die Website wurde nun erweitert (offenbar verfrüht, denn das Änderungsdatum "15. Juli 2015" liegt noch in der Zukunft). Sie nennt jetzt auch die Schlüssel für die Windows-10-Editionen, und darunter befinden sich nicht nur Schlüssel für "Windows 10 Enterprise", sondern auch für Editionen namens "Windows 10 Enterprise 2015 LTSB".

Die Existenz verschiedener Schlüssel für beide macht klar, dass es unterschiedliche Editionen sind. Die Jahreszahl im Namen deutet darauf hin, dass Microsoft jedes Jahr eine neue LTS-Enterprise-Edition auflegen will, die dann (vermutlich 10) Jahre lang laufen wird, bevor der Support dafür ausläuft. Spätestens dann wird man auf eine aktuellere LTS-Edition umsteigen müssen.

Der Umgang mit Updates, bei denen es sich nicht um Funktions-Updates handelt, ist bei allen Editionen gleich: Updates, die bislang als optionale Updates ausgeliefert wurden, werden Hansel zufolge künftig wie Funktions-Updates behandelt. Bei Sicherheits-Updates ändert sich hingegen nichts, die bekommen alle gleichzeitig und normalerweise am Patchday. (axv)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige