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Microsoft räumt Übereifer beim Windows-10-Upgrade ein

Das penetrante Vorgehen von Microsoft bei der Durchsetzung des Upgrades auf Windows 10 hat viele verärgert. Marketing-Chef Chris Capossela hat sich jetzt in einer YouTube-Show für Grenzüberschreitungen entschuldigt.

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Microsoft räumt Übereifer beim Windows-10-Upgrade ein

Mancher Anwender von Windows 7 oder 8 ist nicht ganz freiwillig auf die aktuelle Version umgestiegen. Auf dem Höhepunkt der Drängelkampagne, die die Durchsetzung des Gratis-Upgrades vorantreiben sollte, hat der Softwarekonzern im Frühjahr 2016 zu extremen Mitteln gegriffen.

Schließen bedeutete hier Zustimmen: Wer dieses Fenster per Klick aufs Schließfeld quittierte, startete damit das Upgrade.

(Bild: mspoweruser)

Microsoft behandelte den Umstieg im Effekt wie ein kritisches Update, sodass er Nutzern trotz Ablehnung immer wieder angedient wurde. Das Hinweisfenster des zwangsweise aktiven hauseigenen Upgrade-Hilfs-Tools "GWX" änderte schließlich sogar sein Verhalten dergestalt, dass es sogar einen Klick auf das Schließfeld des Hinweisfensters (X in der rechten oberen Ecke) als Zustimmung zum Upgrade auffasste. Diesen Trick erklärte Microsoft im Support-Artikel KB3095675 als angeblich durch Kundenwünsche ausgelöstes Entgegenkommen.

Für dieses Verhalten wurde Microsoft weltweit kritisiert. Unter anderem in Israel und den USA verklagten Anwender den Konzern. In China kamen unter anderem Proteste von Behörden. In Deutschland hatte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg das Unternehmen bereits Ende 2015 wegen Windows-10-"Zwangsdownloads" abgemahnt.

In Folge 497 der von TWiT.tv betriebenen YouTube-Show "Windows Weekly" hat Microsofts Marketing-Chef Chris Capossela nun zu der Kampagne Stellung genommen und sich für Grenzüberschreitungen entschuldigt. Bereits innerhalb kurzer Zeit, so Capossela, habe sein Team gemerkt, dass es zu weit gegangen sei. Die Zeit danach sei sehr schmerzhaft gewesen und habe für ihn einen Tiefpunkt bedeutet. Er und seine Leute hätten auch viel daraus gelernt.

In "Windows Weekly" hat Chris Capossela den Einsatz besonders penetranter Maßnahmen bedauert, mit denen Anwendern im laufenden Jahr das Upgrade älterer Betriebssystemversionen auf Windows 10 regelrecht aufgedrängt wurde.

Man habe jedoch letztlich stets nur das Wohl der Anwender im Blick gehabt: "Wir möchten, dass Anwender der Sicherheit zuliebe Windows 10 einsetzen. Wir waren bemüht, nicht allzu aggressiv eine Aktualisierung zu betreiben. Ich denke auch, dass wir im vergangenen Jahr meistens richtig gehandelt haben." (psz)

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