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Microsoft schießt gegen Open Source

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Wie kommt das Böse in die Welt? Mit Open Source, wenn man Microsofts Windows-Chef Jim Allchin glauben will. Open Source könne jegliche Innovation ersticken; sie "zerstört geistiges Eigentum", so Allchin, und Politiker müssten diese Gefahr erkennen. Open Source sei der Tod jeglichen Anreizes, in Forschung und Entwicklung zu investieren. Allchin kann sich "nichts vorstellen, was schlechter für das Software-Geschäft wäre". Dabei setzt er Open Source wie das freie Betriebssystem Linux mit Musiktauschbörsen à la Napster gleich - ein Argument, das von Seiten der Open-Source-Gemeinde sofort heftig angegriffen wurde.

Laut Allchin müsse Microsoft Einfluss auf die Politik nehmen, um eine offizielle Unterstützung von Open Source zu verhindern. Sein Argument dafür: "Ich bin Amerikaner, und ich glaube an den amerikanischen Weg". Selbstverständlich geht es ihm nur um hehre Ideale wie geistiges Eigentum und die Freiheit zur Innovation, nicht etwa ums schnöde Geschäft: Allchin erklärte, er mache sich keine Sorgen wegen der Konkurrenz, die Microsoft-Produkten aus Open-Source-Software wie Linux (derzeit das am schnellsten wachsende Betriebssystem) oder Apache (der weltweit am häufigsten eingesetzte Webserver) erwächst.

Natürlich gibt es auch schon Reaktionen aus dem Open-Source-Lager. Paul Ferris, Chef der Abteilung Linux und Open Source des Internet-Portals [www.internet.com internet.com], weist darauf hin, dass die größte Innovation der letzten Jahre - das Internet - überwiegend ohne Microsoft-Produkte funktioniert. Möglicherweise gäbe es das Internet gar nicht, wenn seine Kerntechnik nicht Open Source gewesen wäre. Auch fragt er sich, was die bei proprietärer Software übliche Einschränkung der Benutzerrechte mit dem "amerikanischen Weg" zu tun habe. Und natürlich hindere Open Source Microsoft weder an Innovationen, noch zerstöre Open Source geistiges Eigentum - ganz im Gegenteil: Open Source schaffe geistiges Eigentum, und Microsoft könne sich gerne daran beteiligen.

Brian Behlendorf, einer der Apache-Kernentwickler, befürchtet, dass Microsoft die Open-Source-Gemeinde als geradezu faschistisch denunzieren möchte nach dem Motto: "Alle Software muss frei sein". Tatsächlich würden viele Firmen, die Open-Source-Software entwickelten, durchaus Rechte an Teilen ihres geistigen Eigentums behalten. (odi)