Microsoft schließt Forschungslabor im Silicon Valley

Insgesamt 18.000 Stellen will Microsoft bei seinem im Juli angekündigten Jobabbau streichen. Nun erwischte es auch ein Forschungslabor im Silicon Valley.

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Von
  • Axel Kannenberg

Microsoft schließt im Zuge seines radikalen Umbaus auch ein Forschungslabor im Silicon Valley. In dem Labor in Mountain View arbeiteten zuletzt 75 teils renommierte Forscher zum Beispiel an Lösungen für das verteilte Rechnen oder zum Schutz der Privatsphäre und der IT-Sicherheit. Die Niederlassung solle bereits an diesem Freitag geschlossen werden, teilte Microsoft-Mitarbeiter Derek Murray auf Twitter mit. Laut Medienberichten sind 50 der Forschungsstellen von den Streichungen betroffen.

Kürzungen für den Kulturwandel: Der von CEO Satya Nadella eingeleitete Jobabbau betrifft vor allem die Ex-Nokianer.

(Bild: dpa, Daniel Schnettler/Archiv)

Insgesamt arbeiten mehr als 1000 Mitarbeiter bei Microsoft Research in rund einem Dutzend Labors. Wie die Seattle Times berichtete, soll in Mountain View die Forschungsgruppe für Cybersecurity und Datensicherheit aufgespalten werden und Mitarbeiter zum Teil in andere Unternehmensbereiche wechseln. Mit dem Schritt wolle sich Microsoft nicht aus der Forschung zurückziehen, betonte ein Sprecher gegenüber ZDnet. Es werde vielmehr eine "Konsolidierung der Labors an der Westküste" der USA angestrebt.

Die geplanten Streichungen sind Teil eines unfangreichen Jobabbaus, den der neue Chef Satya Nadella einleitete. Dabei hat der Konzern am Donnerstag Berichten zufolge weltweit 2100 Kündigungen ausgesprochen, insgesamt sollen bei dem umfassenden Jobabbau 18.000 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Vor allem sind davon ehemalige Mitarbeiter des von Microsoft gekauften finnischen Handyherstellers Nokia betroffen. In Deutschland soll es nur wenige Mitarbeiter treffen, zuletzt war von einer zweistelligen Zahl von Mitarbeitern die Rede.

Nadella will den Softwarekonzern stärker auf das Cloud-Geschäft und mobile Lösungen ausrichten. Der größte Teil des Jobabbaus soll bis Dezember über die Bühne gegangen sein und bis zum Ende des Geschäftsjahrs im Juni 2015 komplett abgeschlossen sein. (Mit Material der dpa) / (axk)