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Microsoft startet elektronische Patientenakte in den USA

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Microsoft hat zusammen mit den Mayo-Kliniken, der US-amerikanischen Heart Association und dem Medizinkonzern Johnson & Johnson das webbasierte Angebot HealthVault als Beta gestartet. HealthVault ist eine sektorenübergeifende Krankenakte für Patienten, Ärzte und Kliniken mit Anschlussmöglichkeiten für die Industrie: Johnson & Johnson ist in den USA der größte Hersteller von Blutzucker-Messgeräten und möchte seine Kunden animieren, die Werte in einer Akte festzuhalten. Insgesamt haben 40 Firmen und Organisationen ihre Unterstützung für HealthVault angekündigt.

HealthVault ist eine von mehreren Initiativen von Microsoft, im Gesundheitswesen Fuß zu fassen. In Europa ist Microsoft vor allem mit der eHealth Interoperability Platform Inititative (eHIP) bekannt geworden, für die zusammen mit Intel ein Tablet-PC weiterentwickelt wurde, bis er im Asklepios Future Hospital eingesetzt werden konnte. Mit der Patientenakte HealthVault tritt Microsoft in den USA in Konkurrenz zu Google Health, einem Projekt, von dem im Sommer einige prototypische Screenshots veröffentlicht wurden. Wie beim Google-Prototyp ist auch bei Microsoft HealthVault die Akte mit den Patientendaten mit einer Suchmöglichkeit nach weiteren medizinischen Informationen verknüpft.

Ähnlich wie in Deutschland gibt es auch in den USA große Bedenken, was die Eingabe von vertraulichen medizinischen Daten in Datenbanken anbelangt. US-amerikanische Datenschützer haben darum nach Angaben von Microsoft an den Datenschutzrichtlinien von HealthVault mitgearbeitet. Entsprechend präsentiert die Firma ein Statement von Deborah Peel, der Vorsitzenden der Patient Privacy Rights Foundation, dass Microsoft mit HealthVault einen neuen Standard in Sachen Datenschutz setze.

HealthVault soll mit ausgewählten Microsoft-Partnern in den nächsten Monaten in einem Feldversuch in der Region Baltimore von MedStar Health getestet werden, einem Verbund von sieben Kliniken und zahlreichen niedergelassenen Ärzten. im offiziellen HealthBlog des HealthVault-Projektleiters Bill Crounse wird kein Zweifel daran gelassen, das HealthVault ähnlich wie das kürzlich veröffentlichte Microsoft Common Health User Interface auch international Standards setzen soll. (Detlef Borchers) / (vbr)

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