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Microsoft stellt Daten von Sidekick-Kunden wieder her

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Der Softwarekonzern Microsoft meldet Erfolge bei der Wiederherstellung der Daten von Kunden des T-Mobile-Smartphone-Dienstes Sidekick, die nach einem Serverausfall bei der Unternehmenstochter Danger gelöscht wurden. Wie Roz Ho, bei Microsoft für "Premium Mobile Experiences" zuständige Vizepräsidentin, mitteilt, seien die meisten, vielleicht sogar alle Daten wiederhergestellt worden. Nun sollen sie geprüft und beginnend mit den Adressdaten den Kunden wieder bereitgestellt werden. Daraufhin würden weitere persönliche Informationen wie Kalendereinträge, Notizen, Auftragslisten und Fotografien folgen.

Ein "Systemfehler" hat zum Datenverlust in der Hauptdatenbank und im Backup geführt, erklärt Ho. Das System sei komponentenweise wiederhergestellt worden. Dafür sei viel Zeit aufgewendet worden, um die Integrität der Daten zu gewährleisten. Damit die Sidekick-Kunden kein zweites Mal mit einem Datenverlust konfrontiert werden, habe der Konzern die Stabilität des Dienstes verbessert und den Backup-Prozess belastbarer gemacht.

Microsoft hatte vorgestern mitgeteilt, dass es beim Datendienstleister Danger am 2. Oktober einen Serverausfall gegeben hat, bei dem Daten des Smartphone-Dienstes Sidekick von T-Mobile USA verlorengingen. Am vergangenen Wochenende haben T-Mobile USA und Microsoft/Danger die Kunden darüber informiert. Später wurde den Betroffenen eine Entschädigung in Form eines Gutscheins im Wert von 100 US-Dollar angeboten. Der Redmonder Konzern geht nun davon aus, dass nur eine Minderheit der Sidekick-Nutzer betroffen ist. T-Mobile hat in den USA insgesamt gut eine Million der Smartphones verkauft.

Unter ihnen ist die Tochter der US-Amerikanerin Maureen Thompson, die nun einen Antrag auf Zulassung einer Sammelklage gegen T-Mobile USA und Microsoft gestellt hat, berichtet das Weblog der Tageszeitung Seattle Post-Intelligencer. Die Tochter habe als Sidekick-Kundin alle ihre Verabredungen, Geschäftskontakte und Liedtexte bei Danger speichern lassen. In der Klageschrift heißt es unter anderem, Microsoft und T-Mobile USA hätten fahrlässig gehandelt, indem sie nicht ausreichend in eine sichere Technik investiert hätten. Dafür und für irreführende Werbung in diesem Zusammenhang fordert die Klägerin Schadenersatz. Laut US-Medienberichten ist noch eine weitere Klage eingereicht worden.

Unterdessen versucht Microsoft, sich von seinem eigenen, Anfang des vorigen Jahres übernommenen Datendienstleister zu distanzieren. Wie die Los Angeles Times berichtet, erläuterte Microsoft-Sprecherin Tonya Klause in einer E-Mail, dass die Danger-Plattform eigenständig sei. Sie habe nichts mit Microsofts Cloud-Diensten oder Windows Live zu tun. Hier existierten von Kundendaten mehrere Kopien auf mehreren Geräten. So stünden diese selbst dann weiter zur Verfügung, wenn einer oder mehrere Server ausfallen.

(anw)