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Microsoft stellt Enzyklopädie Encarta ein

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Die Konkurrenz etwa durch die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia, aber auch durch die Wissenssammlungen, die Internet-Suchmaschinen zugänglich machen, wurde wohl zu groß, als dass es noch ein lohnendes Projekt gewesen wäre: Microsoft stellt die Multimedia-Enzyklopädie Encarta komplett ein. Zum 31. Oktober werden die Encarta-Websites geschlossen (die japanische Version überlebt im Netz noch bis zum 31. Dezember. Ab Juni werden keine CDs mehr mit Encarta-Software verkauft. Abonnenten von Encarta Premium werden eine Erstattung zu viel gezahlter Abo-Gebühren erhalten.

Die Situation für traditionelle Enzyklopädien und Referenz-Materialien habe sich verändert, erklärt Microsoft in der Ankündigung der Encarta-Einstellung. "Die Menschen suchen und nutzen Information heutzutage auf erheblich anderen Wegen als in den vergangenen Jahren." Microsoft werden die Erfahrungen mit der Encarta sicher dafür nutzen können, künftige Lösungen zu entwickeln. Microsofts Vision bestehe darin, dass jeder Mensch auf der Welt Zugang zu erstklassiger Erziehung haben soll.

Einen direkten Bezug zu Wikipedia stellt Microsoft in seiner Ankündigung nicht her, ein Firmensprecher wollte auch gegenüber dem Wall Street Journal nicht auf die veränderte Situation für Enzyklopädien durch das freie Mitmach-Projekt eingehen. Die Encarta-Einstellung sei "Teil einer breiteren Strategie, um die Produkte weiterzuentwickeln, die die Such- und Forschungsbedürfnisse der Menschen befriedigen".

Matthias Schindler von Wikimedia Deutschland schrieb zur Einstellung der Encarta, der Einschätzung von Microsoft über die veränderten Bedingungen für Enzyklopädien könne er "durchaus zustimmen". Er hoffe, dass sich vielleicht "eine Lösung für die (freie) Zukunft der Encarta-Inhalte finden" lasse. (Jürgen Kuri) / (jk)

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