Microsoft übernimmt Berliner Startup 6Wunderkinder

Jetzt ist es offiziell: Der US-Riese übernimmt das kleine Unternehmen, das die beliebte App “Wunderlist” entwickelt. Der Kaufpreis soll Gerüchten zufolge im dreistelligen Millionenbereich liegen.

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Von
  • Volker Briegleb

Microsoft übernimmt das Berliner Startup 6Wunderkinder, das eine beliebte Anwendung für To-Do-Listen namens Wunderlist entwickelt. Wunderlist passe hervorragend zu Microsoft, erklärte der US-Konzern am Dienstag und bestätigte damit verschiedene Medienberichte. Nachdem das Manager Magazin bereits vor einigen Tagen über die bevorstehende Übernahme berichtet hatte, vermeldete das Wall Street Journal am Montagabend den Vollzug.

Angaben zum Kaufpreis macht Microsoft nicht. Das Wall Street Journal schätzt den Deal auf “zwischen 100 und 200 Millionen” US-Dollar und beruft sich dabei auf eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle. Wunderlist hat den Angaben zufolge 13 Millionen Nutzer weltweit, für die zunächst alles beim Alten bleiben soll, wie das Startup versichert. Mit der Wunderlist, die es für iOS, Android und Windows Phone sowie als Desktop-Versionen gibt, lassen sich Aufgaben verwalten und Notizen speichern.

Das Berliner Start-up erreichte eine gewisse Berühmtheit, da es mit Sequoia Capital sogar einen legendären Risikokapitalgeber aus dem Silicon Valley als Geldgeber anlockte. Zu den Investoren gehören auch der schwedische Fonds Atomico sowie Earlybird Venture Capital.

Mit der Übernahme stärkt Microsoft sein Mobil-Portfolio und seine Gesamtstrategie, die auf mobilen Anwendungen und Cloud-Diensten aufbaut. Microsoft will Dienste und Anwendungen zunehmend auch auf anderen Plattformen anbieten. Ende 2014 hatte Microsoft den iOS-Exchange-Client Accompli übernommen. Zuletzt hatte der US-Konzern seine Office-Apps auch auf die Android-Plattform gebracht. (vbr)