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Microsoft umwirbt die Mobilfunkbetreiber

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Nachdem Microsoft die führenden Handy-Hersteller nicht von seinem Mobiltelefon-Betriebssystem Stinger überzeugen konnte, fährt der Redmonder Softwarekonzern jetzt eine neue Strategie: Handy-Produzenten der zweiten Liga und Netzbetreiber werden gezielt umworben. Im Vorfeld des 3GSM World Congress in Cannes gab Microsoft bekannt, dass nach Samsung auch Mitsubishi und der britische Hardwarelieferant Sendo die Stinger-Technik in ihren Handys nutzen werden. Auch sollen jetzt erste Tests der Netzbetreiber Vodafone (Großbritannien), Telefonica (Spanien), Telstra (Australien) und der Telekom-Tochter T-Mobil mit der neuen Handy-Software anlaufen.

Neu ist auch die Zurückhaltung, die Microsoft (vorerst) bei der Vermarktung des Firmennamens an den Tag legen will: Die neuen Handys sollen nach Angaben des Wall Street Journal nicht mehr nach dem Hersteller, sondern nach dem jeweiligen Netzbetreiber benannt werden. Mit diesem Schachzug will Microsoft den führenden Handy-Produzenten wie Nokia oder Siemens den Wind aus den Segeln nehmen, Netzbetreibern bessere Vermarktungschancen bieten und nicht zuletzt sich selbst eine stärkere Position im Mobiltelefon-Markt verschaffen.

Mobiltelefone mit Stinger-Betriebssystem sind webtauglich und sollen über Microsoft Outlook direkt mit Exchange-Servern zusammenarbeiten. Ein größeres Farbdisplay als bisher üblich soll eine bessere Darstellung von Texten und Bildern ermöglichen. Stinger ist aber nur ein Teil der Microsoft-Offensive auf dem Mobil-Sektor. Mit dem im vergangenen Jahr vorgestellten Pocket PCs als direkte Konkurrenz zu den marktbeherrschenden Palm-Geräten und dem Mobil Explorer als Browser für den Zugriff per Mobilfunk auf das Internet verfügt Microsoft jetzt über drei Plattformen im Bereich der Mobil-Kommunikation. In Deutschland sollen Stinger-Handys noch in diesem Jahr erhältlich sein. (pmz)