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Microsoft und Facebook wollen die Internet-Suche "sozial" machen

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Microsoft und Facebook wollen die Suche im Internet persönlicher gestalten und stärker an die Funktionen von Social Networks anlehnen. Nutzer sollen bei der Suche durch die Verknüpfung mit Informationen ihrer Freunde, Bekannten und Familienmitglieder schneller die relevanten Antworten bekommen. Das Online-Netzwerk Facebook bringt mit seiner schnell wachsenden Basis aus bereits mehr als 500 Millionen Nutzern ein enormes Netz sozialer Verknüpfungen ein. Microsoft hatte sich vor einiger Zeit mit einem relativ geringen Aktienanteil bei Facebook eingekauft.

Mit dieser personalisierten Suche hofft Microsoft, mit seiner Suchmaschine Bing doch noch zum seit Jahren mit großem Abstand führenden Konkurrenten Google aufzuholen – Suchmaschinen im Internet sind nicht nur für die Nutzer meist erste Anlaufstelle im Netz, sondern auch über begleitende Anzeigen ein lukratives Geschäft, mit dem Google den größten Teil seiner Umsätze generiert. Die Kooperation zwischen Microsoft und Facebook setzt den Suchmaschinenprimus allerdings gehörig unter Druck, hängt Google doch mit den Social-Network-Erweiterungen seiner Angebote arg zurück. Google-Chef Eric Schmidt hatte gerade erst die Bedeutung eines personalisierten und autonomen Internets hervorgehoben.

Bei der Suche im Internet gehe es nicht nur um die Verbindung zwischen Daten, sondern auch zwischen Menschen, betonte Microsoft nun zur Ankündigung der Facebook-Partnerschaft. So soll die neue Funktion "Liked Results" auch auf "Gefällt mir"-Favoriten von Facebook-Freunden zugreifen. "Menschen treffen ihre Entscheidungen immer wieder mit Hilfe von Informationen ihrer Freunde", argumentierte Microsoft. Zum Beispiel ob ein Film, ein Restaurant oder ein Mobiltelefon gut seien. Mit dem neuen Angebot könne ein Nutzer aus den allgemeinen Suchergebnissen solche herausfischen, zu denen sich Menschen aus seinem Bekanntenkreis geäußert haben.

Zudem soll es leichter werden, bei Bing seine Freunde und Bekannte zu finden. Microsoft meint, dass insgesamt 4 Prozent aller Suchanfragen damit zu tun hätten, bestimmte Menschen zu finden. Um die Suche nach einer bestimmten Person effektiver zu machen, bietet Bing künftig auch Ergebnisse mittels einer Profil-Suche bei Facebook. Dabei könne man, um das Finden der eigentlich gemeinten Person noch effektiver zu machen, auch gleich aus den Suchergebnissen heraus eine Nachricht über Facebook verschicken oder eine gefundene Person zu seinem Facebook-Freundeskreis hinzufügen.

Angesichts der Kritik an mangelhaftem Schutz der persönlichen Daten und der Privatsphäre seiner User, die immer wieder gegen Facebook erhoben wird, betonen beide Unternehmen gleich von vornherein, dass die neuen Suchfunktionen die Privatsphäre der Nutzer respektieren würden. Nur dafür freigegebene Informationen könnten für andere sichtbar sein, also nur die Angaben, die ein User in Facebook als "Public" deklartiert habe. Die Suchanfragen bei Bing, die Informationen aus Facebook zurücklieferten, seien selbst allerdings nicht öffentlich: Andere Anwender erführen nicht, wonach ein User über Bing gesucht habe.

Die neuen Funktionen werden vorerst nur für US-User bereitstehen, Microsoft machte keine Angaben dazu, wann sie auch in anderen Ländern eingeführt werden. Die erweiterte Suche werde ab dem heutigen Donnerstag nach und nach für alle User umgesetzt; für eine Einführung hat Microsoft unter der Info-Seite "Discover Bing" einen eigenen Eintrag "Bing 'Likes' Facebook" bereitgestellt. (jk)