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Microsoft und Volvo kooperieren bei Augmented Reality und selbstfahrenden Autos

Damit könne man Kunden etwa Farboptionen oder Fahrzeugdetails realistischer präsentieren als mit heutigen PC-Programmen oder Apps. Mit Projekten wie Machine-Learning werden beide zu Konkurrenten für Tesla, Google & Co.

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Hologramm

(Bild: Volvo, Microsoft)

Microsoft und Volvo wollen zusammen an der Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge vorantreiben. Zuerst wollen die beiden Unternehmen aber Microsofts Augmented-Reality-Brille HoloLens in den Ausstellungsräumen des Autoherstellers einsetzen. Die Ankündigung erscheint kurz nach der Vorstellung der Studie "Volvo Concept 26", die einen Einblick gibt, wie sich der Autobauer den künftigen Innenraum autonom fahrender Autos vorstellt. Die Konzeptstudie soll nächste Woche auf der Los Angeles Motor Show einem größeren Publikum präsentiert werden.

Mit Microsofts AR-Brille will Volvo seinen Kunden und Interessenten Farboptionen und Autodetails realistischer präsentieren als es heutige PC-Programme oder Apps können. Zum Beispiel sollen die Sicherheitseigenschaften von Airbags anschaulich vorgeführt werden – nach Meinung der Protagonisten jedoch ohne traumatische Bilder von Crashtest-Dummys. Ein erstes Auto, bei dem die HoloLens im Ausstellungsraum zum Einsatz kommen könnte, wird wohl Volvos für nächstes Jahr vorgesehenes Modell "S90 premium Sedan". Der Einsatz der HoloLens hat derzeit freilich noch Demo-Charakter, obwohl die beiden Unternehmen bereits ein halbes Jahr zusammenarbeiten.

Marketing-Video über den Einsatz der HoloLens in Auto-Showrooms (Quelle: Microsoft)

Andere gemeinsame Projekte sollen Erfahrungen mit Machine-Learning-Software liefern. Als Beispiel nennen die Partner die Koordination unterschiedlicher Sensoren, die die Beschaffenheit der befahrenen Straße erfassen. Microsoft bringt sich mit dieser Ankündigung in Stellung gegen andere IT-Unternehmen, die sich das autonome Fahren zum Ziel gesetzt haben, darunter Tesla, Google und womöglich auch Apple.

Microsoft hatte die HoloLens erstmals im Januar 2015 vorgestellt. Bisher propagierte Anwendungsbereiche sind produktives Arbeiten und Kommunikation, beispielsweise mit 3D-Konstruktionssoftware, Videotelefonie à la Skype und Informationshäppchen wie Wetterberichte, aber auch 3D-Gaming. Um derartige Anwendungen zu erstellen, arbeitet Microsoft beispielsweise mit dem Jet Propulsion Laboratory der NASA, Trimble sowie der Case Western Reserve University zusammen. Die Augmented-Reality-Brille soll im ersten Quartal 2016 auf den Markt kommen. (ane)