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Microsoft verabschiedet sich von Freiwilligen

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Asheron's Call ist Microsofts jüngster Vertreter einer wachsenden Spiele-Gattung, der so genannten massively multi-player online role-playing games (MMORPG). Das Rollenspiel wird begleitet von virtuellen Gemeinschaften, Foren, Chats und Online-Interaktionen, die nach Angaben von Wired von über 500 Freiwilligen betreut werden.

Microsoft will aber seit Mitte letzter Woche auf die Dienste dieser freiwilligen Helfer verzichten. In einer bei Gamespy veröffentlichten Mitteilung erklärte Ken Karl, bei Microsoft als Community and Programm Manager für Asheron's Call zuständig, man wolle die Spieler-Betreuung in Zukunft durch hauptberufliche Spezialisten im eigenen Hause gewährleisten. Die von Freiwilligen getragenen Sentinel-, Chancellor- und Advocate-Programme würden nicht fortgeführt.

Die Freiwilligen waren bei Asheron's Call für die Betreuung der Foren, für Beratung und für die Einhaltung des eigenen Verhaltenskodex zuständig. Als Gegenleistung waren sie mit zusätzlichen Attributen und besonderen Fähigkeiten im Spiel ausgestattet worden. Einige hatten Vollmachten, einzelne Nutzer vorübergehend auszuschließen.

Microsoft begründet seinen Schritt damit, dass ein professioneller Support zuverlässiger sei als die Mitarbeit unbezahlter Freiwilliger. Nicht von der Hand zu weisen ist allerdings ein Zusammenhang mit der gegen AOL anhängigen Klage von Freiwilligen, die sich von dem Provider ausgenutzt fühlen. Auch gegenüber Origin-Systems, dem Hersteller von Ultima-Online, einem weiteren Online-Rollenspiel, hatten Freiwillige im September Forderungen angemeldet.

Für die freiwilligen, unbezahlten Mitarbeiter bei Microsft ist die Sache weniger lustig. Auf zahlreichen Fan-Seiten wie Asheron's Lore oder Diskussions-Foren zeigen sie sich entrüstet darüber, dass Microsoft so ohne weiteres auf ihre Mitarbeit verzichtet. (fro)