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Microsoft verbessert Datenschutz von Passport

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Microsoft hat nach Angaben der EU-Kommission eingewilligt, sein umstrittenes Verifizierungssystem Passport zu ändern. "Die Vertreter der EU-Mitgliedstaaten sind nun zufrieden, dass das System den Erfordernissen der EU-Datenschutz-Richtlinien entspricht", befindet Jonathan Todd, Sprecher der EU-Kommission. Passport ist ein digitaler Internet-Ausweis, mit dem persönliche Daten wie Adresse oder Kreditkarten-Nummer gespeichert werden. Eine Arbeitsgruppe der EU hatte ihn seit Mai 2002 unter die Lupe genommen.

Das System ist Teil von Microsofts .NET-Strategie. Es will wie die Konkurrenz der Liberty Alliance den Internet-Nutzern beim Online-Einkauf Zeit und Mühe sparen, indem es automatisch die Daten für die Registrierung bei bestimmten Diensten ausfüllt. Ins Fadenkreuz der Kritiker war Passport geraten, da die Nutzer nach Meinung von Datenschützern nicht ausreichend darüber aufgeklärt werden, in welcher Form ihre persönlichen Daten verwendet werden.

Microsoft hat nach Gesprächen mit der EU-Wettbewerbsbehörde eingewilligt, Datenschutz-Maßnahmen in das System einzubauen, teilte die EU-Kommission mit. Künftig sollen die mit Passport verbundenen Websites den Datenschutz-Standards entsprechen und somit verhindert werden, dass die sensiblen Daten in die falschen Hände geraten. "Das Anliegen war, dass die Kunden wissen sollten, wofür ihre persönlichen Daten genutzt werden können", sagte Todd. Mit dem Einlenken Microsofts gebe es in dieser Sache keinen Grund mehr für Sanktionen gegen das Unternehmen.

Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein ist stolz auf das Ergebnis seiner Arbeitsgruppe: "Das Fazit lautet, dass die Benutzerdaten besser geschützt werden. Die Wirtschaft muss sich jetzt die Leitlinien der Datenschutzgruppe zu eigen machen, wenn sie neue Systeme entwickelt." (anw)