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Microsoft verfehlt Verkaufsziel für Xbox 360 knapp

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Microsoft hat das selbst gesteckte Ziel von insgesamt 12 Millionen verkauften Exemplaren der Spielkonsole Xbox 360 bis Ende Juni knapp verfehlt. Wie das Unternehmen eine knappe Woche vor Eröffnung der Branchenmesse E3 in Santa Monica (US-Bundesstaat Kalifornien) gegenüber Analysten mitteilte, hat der Softwareriese bisher 11,6 Millionen Xboxen verkauft. Dennoch ist Microsoft mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden – auch wenn das Unternehmen die Prognose von ursprünglich 15 Millionen Stück zwischenzeitlich auf 12 Millionen senken musste. Branchenbeobachter machen unter anderem die starke Konkurrenz durch Nintendos Wii für die schleppender verlaufenden Verkäufe verantwortlich.

Die Xbox 360 ist seit November 2005 im Handel und beschert der Entertainment-Sparte des Konzerns bisher vor allem Verluste. Da ist wenig hilfreich, dass Microsoft jetzt noch eine gute Milliarde US-Dollar beiseite legen muss, um eine erweiterte weltweite Garantie für die offenbar anfällige Konsole zu finanzieren. Nach wiederholten Beschwerden über ein Versagen der Konsole hatte der Konzern gestern Probleme mit der Hardware eingestanden und die Garantie für Hardwarefehler auf drei Jahre ausdehnt. Von der erweiterten Haftung werden auch Kunden erfasst, die nach Ablauf der bisherigen Garantiezeit für eine Reparatur des fraglichen Fehlers bezahlt haben; Microsoft erstattet die Kosten auch rückwirkend.

Das Problem ist nicht neu. Bereits im vergangenen September hatte Microsoft betroffenen Kunden der ersten Generation der Xbox 360 (bis zum Herstellungsdatum 1. Januar 2006) kostenlose Reparaturen angeboten und die Garantie zwei Monate später auf ein Jahr verlängert. Damals wie heute meldete sich die Konsole mit dem so genannten "Red Ring of Death" einfach ab, benannt nach dem Farbcode im Leuchtring um den Einschaltknopf, mit dem die Xbox ein Hardwareproblem signalisiert. Bei einigen Händlern soll jede dritte Konsole defekt gewesen sein, heißt es in US-Medienberichten, in Einzelfällen hätten Kunden ihre Xbox bis zu acht Mal umtauschen müssen.

Doch während Microsoft seine Kunden einigermaßen großzügig entschädigt, ist der Konzern mit Details zu dem Problem umso geiziger. Offiziell hatte Microsoft die genaue Ausfallrate nie bestätigt. Peter Moore, der Chef der Sparte für interaktives Entertainment und damit oberster Xbox-Boss, spricht auch heute nur von einer "inakzeptabel" hohen Quote, ohne eine genaue Zahl nennen zu wollen. Zu den Spekulationen von Analysten sagt Moore ebenfalls nicht. Die gehen angesichts der enormen Summe, die Microsoft zur Beseitigung des Problems in die Hand nehmen will, davon aus, das bis zu ein Viertel der bisher verkauften Konsolen betroffen sein könnte.

Gegenüber dem Branchendienst GamesIndustry.biz wollte Moore auch zu den möglichen Ursachen nichts sagen – zum Beispiel, ob die Box ein Hitzeproblem habe und nun einen zweiten Kühlkörper bekomme. Von einer bestimmten Ursache – und damit einem möglichen Designfehler – will Moore nichts wissen. "Es gibt viele verschiedene Probleme, die kombiniert am Ende in den drei blinkenden roten Ringen am Einschaltknopf der Konsole enden können, keine spezifische Ursache". (vbr)