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Microsoft veröffentlicht Dolby-Vision-Update für Xbox One S und X

Die Art und Weise, wie die Nutzung des dynamischen HDR-Formats ermöglicht wird, gibt Raum für Spekulationen.

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Microsoft veröffentlicht Dolby-Vision-Update für Xbox One S und X

(Bild: Screenshot Xbox One)

Microsoft ermöglicht im Rahmen seines gerade veröffentlichten Oktober-Updates auf der Xbox One S und Xbox One X nun die Weitergabe von Videobildern mit erhöhtem Kontrastumfang (High Dynamic Range) nach dem dynamischen Verfahren Dolby Vision. Die Konsolen unterstützten bereits das statische Verfahren HDR10. Im März war auf change.org eine Petition gestartet worden, die die Erweiterung der HDR-Unterstützung forderte und knapp 3000 Unterstützer fand.

Die Dolby-Vision-Unterstützung bezieht sich aktuell nur auf Videostreaming-Dienste wie Netflix. Unklar ist aktuell, ob Microsoft diese auch auf die Wiedergabe von Ultra HD Blu-rays mit Dolby-Vision-Bild ausweiten wird, von denen in Deutschland bislang knapp 50 erschienen sind (siehe Übersicht).

Microsoft hat bei der Übertragung der Dolby-Vision-Videobilder nicht das Standardverfahren gewählt, sondern ein spezielles "Low Latency"-Verfahren, bei dem vereinfacht gesagt die Verarbeitung der Bilddaten vom Zuspieler selbst und nicht vom Fernseher übernommen wird. Dies hat zur Folge, dass Dolby-Vision-zertifizierte LG-Fernseher des Modelljahres 2016 und Modelle des US-Herstellers Vizio mit den Dolby-Vision-Daten von der Konsole nichts anfangen können (siehe Liste der unterstützten TVs bei Microsoft).

Die Entscheidung führte zu Spekulationen, dass Microsoft diesen Weg gewählt hat, um künftig Spiele mit Dolby-Vision-Bild zu ermöglichen. Die HDR-Bilder müssten ja sowieso in Echtzeit auf der Konsole berechnet werden. Denkbar ist aber auch, dass Microsoft einfach den "Low Latency"-Modus gewählt hat, damit aktuelle Sony-TVs die Dolby-Vision-Bilder anzeigen können. Die Fernseher dieser Marke beherrschen nämlich den Standardmodus nicht – im Unterschied zu Modellen von LG und Loewe.

Vizio teilte bereits mit, zusammen mit Dolby eine Lösung für seine Fernseher zu suchen. LG gab auf Nachfrage des Magazins Forbes hingegen an, hierfür keine Notwendigkeit zu sehen. Schließlich kämen die LG-TVs selbst mit einer Netflix-App, die Dolby Vision unterstützt. Der Weg über die Xbox One würde insofern keine Vorteile bringen.

Ganz korrekt ist dies jedoch nicht: Tatsächlich unterstützt die Xbox One neben Dolby Vision auch das 3D-Sound-Format Dolby Atmos; dies können LG-TVs (über den Audiorückkanal von HDMI) aber erst seit dem Modelljahr 2017 ausgeben. Netflix bietet aktuell 17 Filme und Serien mit Dolby Vision und Dolby Atmos an.

So oder so hat Dolby mit seinem HDR-Format derzeit einen Lauf: Von den externen Zuspielern unterstützen neben UHD-Blu-ray-Playern von LG, Oppo, Panasonic und Sony bereits das Apple TV 4K und künftig der Fire TV Stick 4K von Amazon Dolby Vision.

Um das von Samsung und Panasonic auf der IFA 2017 groß angekündigte Konkurrenzformat HDR10+ ist es hingegen recht still geworden. Vor allem hinsichtlich passender Inhalte sieht es derzeit mager aus: Von den Videostreaming-Anbietern unterstützt nur Amazon das Format, Ultra HD Blu-rays mit HDR10+ wurden bislang nur sehr allgemein angekündigt – konkrete Titel oder Erscheinungstermine für die Scheiben sind noch nicht bekannt. (nij)

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