Microsoft veröffentlicht Pocket PC 2003

Das bisher unter dem Codenamen "Ozone" bekannte und nun als "Windows Mobile" bezeichnete PDA-System basiert erstmals auf einem Windows-CE-.Net-Kernel, der die Versionsnummer 4.2 trägt.

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Von
  • Daniel Lüders

Wie erwartet hat Microsoft heute sein neues PDA-Betriebssystem Pocket PC 2003, auch Windows Mobile 2003 für Pocket PC genannt, vorgestellt. Der Konzern hat bereits das Pocket PC 2003 SDK zum Download freigegeben. Das bisher unter dem Codenamen "Ozone" bekannte System basiert erstmals auf einem Windows-CE-.Net-Kernel, der die Versionsnummer 4.2 trägt. Die beiden vorangegangenen Versionen nutzten noch Windows CE 3.0. Details zu den Neuigkeiten in Pocket PC 2003 verrät Microsoft in einem White Paper.

Für den Endnutzer hat sich auf den ersten Blick kaum etwas verändert: Ein weiteres Knobelspiel ist hinzugekommen und ein vorinstallierter Viewer zeigt Bilder an. Sowohl das Pocket Office als auch die meisten anderen Applikationen sind unverändert geblieben. Erst bei näherem Hinsehen bemerkt man die Unterschiede zur Vorgängerversion: So spielt der Pocket-Media-Player jetzt auch Windows-Media-9-Dateien ab, ein Bluetooth- und ein WLAN-Stack wurden integriert und die Verbindungseinstellungen vereinfacht. Zudem soll Pocket PC 2003 nun endlich auch die erweiterten Features von Intels XScale-Prozessoren unterstützen, die bislang noch brach lagen. Ob dies den erhofften Performance-Schub bei Pocket PCs bringt, können erst die Anwendungs-Benchmark-Tests zeigen.

Software-Enwicklern bieten sich schon mehr Möglichkeiten, da Microsoft mit Pocket PC 2003 das erste PDA-Betriebssystem vorstellt, dass sich nahtlos in die die .NET-Strategie einfügen soll. Mit den dazugehörigen Embedded Visual Tools 4.0 lassen sich schnell und einfach Applikationen für mehrere Geräteklassen auf einmal entwickeln. Da Pocket PC 2003 das .NET Compact Framework mit einer Fülle von GUI-Funktionen enthält, gestaltet sich die Entwicklung grafischer Oberflächen einfacher als bisher.

Namhafte PDA-Hersteller, darunter HP, Gateway und Acer, haben bereits angekündigt, Geräte mit dem neuen System in Kürze anzubieten. Ob für ältere PDAs ein Update verfügbar sein wird, hängt einerseits von der Hardware des betreffenden Handhelds, andererseits von den Herstellern selbst ab. Im Zweifelsfalle sollte man, bevor man bei einem Schnäppchen mit altem Betriebssystem zuschlägt, entsprechende Informationen einholen. PDAs mit weniger als 32 MByte Flash-ROM wie beispielsweise der HP iPAQ H 1915 lassen sich voraussichtlich nicht aufrüsten, da das neue System mehr ROM-Speicher braucht. (dal)