Microsoft veröffentlicht Video-Encoder für VC-1

Das Software-Unternehmen stellt kostenlos einen professionellen Video-Encoder für seinen H.264/AVC-Konkurrenten VC-1 zum Download bereit – vorerst allerdings nur für die 64-Bit-Edition von Windows XP.

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Von
  • Volker Zota

Microsoft stellt kostenlos einen professionellen Video-Encoder für seinen H.264/AVC-Konkurrenten VC-1 zum Download bereit – vorerst allerdings nur für die 64-Bit-Edition von Windows XP. Das Software-Unternehmen veröffentlicht die "Windows Media Encoder 9 Series x64 Edition" als Vorgeschmack auf die x64-Fähigkeiten des kommenden Betriebssystems Windows Vista. Der Encoder unterstützt laut Microsoft alle Funktionen der 32-Bit-Version, bringt im Unterschied zu dieser in Form des Windows Media Video 9 Advanced Profile (AP) jedoch eine vollständige Referenzimplementierung des Videostandards VC-1 mit. Zwar installiert der Windows Media Player 10 ebenfalls eine Implementierung des WMV9 Advanced Profile, doch ist diese funktional stark eingeschränkt.

Microsoft verspricht, dass der neue Codec HD-Videos bis Auflösungen von bis zu 1920 × 1080 Bildpunkten bei 8 MBit/s ohne sichtbare Artefakte kodiert. Die erzeugten Videos sollen sich ruckelfrei auf aktuellen Rechnern abspielen lassen. Eine Vorabversion des VC-1-Codec hatte bei einem Vergleichstest in c't 10/05 bei der Kodierung von hochaufgelöstem Videomaterial gute Ergebnisse erzielt. Sie war qualitativ durchaus der bis dahin besten H.264-Implementierung von Ateme (Nero Recode) ebenbürtig.

Als typisches Einsatzszenario für den Encoder sieht Microsoft das Umwandeln von HD-Material auf Dual- oder 4-CPU-Maschinen. Wer qualiativ hochwertige Videos in Standardauflösungen (PAL/NTSC) erzeugen will, solle dafür bis auf Weiteres die 32-Bit-Version des Encoders einsetzen – darauf sei die x64-Edition nicht optimiert.

Microsoft hatte der Society of Motion Picture and Television Engineers (SMTPE) vor geraumer Zeit eine verallgemeinerte Version seines Videokompressionsformates Windows Media Video 9 zur Standardisierung unter dem Namen "VC-9" vorgelegt, die den Videostandard jedoch in VC-1 umtaufte. Sowohl VC-1 als auch H.264/AVC sind neben MPEG-2 als obligatorische Videoformate für die DVD-Nachfolger HD DVD und Blu-ray Disc vorgesehen.

Außer VC-1 bringt die x64-Edition des Encoders ein DRM Protect Utility zum Verschlüsseln der kodierten Inhalte mit. Inhalteanbieter können zwischen mehreren Profilen aus Microsofts digitaler Rechteverwaltung (DRM: Digital Rights Management) wählen und ihre Dateien mit einem Lizenzschlüssel gegen unbefugtes Abspielen schützen. Das DRM Protect Utility arbeitet nur mit der 64-Bit-Version des Encoders zusammen. Umgekehrt soll man auch die mit der Windows Media Encoder 9 Series x64 Edition erzeugten Videos nicht mit den DRM-Funktionen der alten 32-Bit-Fassung schützen können.

Microsoft arbeitet auch an einem aktualisierten Encoder für 32-Bit-Systeme. Wann diese veröffentlicht wird, steht noch nicht fest. (vza)