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Microsoft will am 1. April nicht lustig sein

Im Hause Microsoft ergeht die offizielle Anweisung an die Mitarbeiter, am Montag nicht zu scherzen – im Ernst.

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Microsoft will am 1. April nicht lustig sein

Über diesen Campus in Redmond flattert in diesen Tagen eine E-Mail, die zum Ernst aufruft.

(Bild: Microsoft)

Am kommenden Montag werden es Zeitungleser, Radiohörer, Fernsehzuschauer und insbesondere Internetnutzer schwerer als ohnehin haben, wahre von falschen Nachrichten zu unterscheiden: Es ist Aprilscherzzeit. Erschwert wird das Unterfangen insbesondere im weltweiten Netz dadurch, dass uns wegen der Zeitverschiebung Scherze aus Asien und Ozeanien schon am 31. März zufliegen und hiesige oder Unternehmen in den USA immer öfter voreilig in den Witzsack greifen und uns ihren mehr oder weniger vergnüglichen Fund am Vortag unter die Nase reiben.

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Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

Ein illustres IT-Unternehmen aber will sich zum kommenden Monatsanfang der zunehmend uferlosen Tollerei entziehen: Microsoft. Nun mögen Unken einwenden, manche Produkte des Unternehmens muteten ohnehin schon wie Scherze an, wenn auch nebensaisonal. Doch die Redmonder in Gestalt ihres Marketingchefs Chris Capossela meinen es Ernst mit der Enthaltung mitten in der Fastenzeit. Er bittet die Microsoft-Mitarbeiter schriftlich, "keine Aprilscherze öffentlich zugänglich" zu machen, wie aus einer von The Verge veröffentlichten E-Mail des Chief Marketing Officer and Executive Vice President, Marketing and Consumer Business hervorgeht.

Mit den Aprilscherzen wollten die IT-Unternehmen ihre Kreativität beweisen, meint Capossela, doch der Schuss gehe öfters nach hinten los, sprich: Sie seien nicht immer amüsant. Außerdem hätten die Scherze nur "begrenzt positive Auswirkungen" und könnten auch zu "unerwünschten Nachrichten" führen. Und das, wie der Marketingler mit vermutlich weinerlichem Unterton schreibt, zudem in einer Zeit, in der seiner Branche der Wind ins Gesicht blase. "Wir haben mehr zu verlieren als zu gewinnen, wenn wir an diesem Tag lustig sein wollen."

Dabei erschien Microsoft in der Vergangenheit im Vergleich zu anderen Unternehmen – von versehentlichen Aprilscherzen abgesehen – gar nicht mal überaus scherzaktiv. Schon eher wurde die Firma selbst auf den Arm genommen, wie zum Beispiel hier an dieser Stelle vor zwölf Jahren.

Ob auch in anderen Firmen ähnliche Anweisungen wie im Hause Microsoft erteilt wurden, ist noch nicht bekannt geworden. Falls sich auch Google-Mitarbeiter zügeln sollen, würde der Welt vermutlich ein regelrechtes Scherzgewitter entgehen, denn zum April wirkt es so, als würde sich auch noch jeder kleinste Suchzwerg eigenständig austoben. Das kam nicht immer gut an. Vor drei Jahren versahen Google-Mitarbeiter den E-Mail-Dienst GMail mit einem Button, mit dem Nutzer sicherstellen können sollten, in einer Konversation das letzte Wort zu haben. Antworten auf eine Nachricht wurden nicht mehr zugestellt, stattdessen bekamen deren Sender das GIF einer Minion-Figur angezeigt, die ein Mikrofon fallen lässt. Nach Beschwerden musste sich Google entschuldigen.

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(anw)