Microsoft will das PST-Dateiformat von Outlook offenlegen

PST-Dateien, in denen Microsoft Outlook die Mails sowie Adressbuch- und Kalendereinträge aufbewahrt, lassen sich von anderen Anwendungen bislang nur über das MAPI-Protokoll oder das Outlook-Objektmdell ansprechen. Das soll bald anders werden.

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Von
  • Hans-Peter Schüler

Microsofts Gruppenchef für Belange der Office Interoperability Paul Lorimer hat in seinem offiziellen Blog erklärt, der Konzern arbeite derzeit an einer frei zugänglichen Formatbeschreibung für PST-Dateien. In diesem Format speichert Outlook alle Anwenderdaten – Mails, Kontakte, Termineinträge, Aufgaben und weitere Datensätze, wie man sie als Power-User anlegen kann. Die resultierenden Dateien wachsen mitunter zu gigantischen Ausmaßen an – es gibt zwar Werkzeuge von Fremd-Entwicklern, mit denen man diese Monstren zum Beispiel teilen kann, doch leiden alle diese Hilfsmittel darunter, dass es bislang keine öffentlich zugängliche Dokumentation für das PST-Format gibt. Allenfalls kann man als Entwickler die Übertragungs-Schnittstelle MAPI verwenden, um ähnlich wie Microsofts Exchange-Server Daten mit einem beim Client installierten Outlook auszutauschen, oder das Outlook-DOM nutzen, um Outlooks Speicherstrukturen mit eigenen Programmen zu adressieren.

Laut Lorimer soll PST nun unter Microsofts Open Specification Promise fallen und für jedermann klar stellen, wie die betreffenden Inhalte zu lesen, zu schreiben und zu bearbeiten sind, selbst wenn vor Ort kein Outlook installiert ist. Darüber ließe sich leicht auch ein FIlter programmieren, mit dem etwa Web-Dienste wie GMail Daten aus Outlook-Dateien ihrer Anwender importieren können.

Zurzeit ist die versprochene Dokumentation allerdings noch im Frühstadium. Microsoft arbeitet zwar nach eigener Auskunft mit Industrie-Experten und interessierten Kunden zusammen, um die Qualität dieser Spezifikationen zu verbessern. Doch wann der Konzern das Werk reif für die Veröffentlichung befinden könnte, darüber hüllte sich Lorimer in Schweigen. (hps)