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Microsoft wollte SAP übernehmen

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Microsoft hat bis vor zwei Monaten vergeblich versucht, Europas größtes Softwarehaus SAP AG (Walldorf) zu übernehmen. Das teilten beide Unternehmen am Montag mit. "Vor einigen Monaten hat Microsoft diese Gespräche auf Grund der Komplexität eines solchen Abschlusses und der daraus resultierenden Integration beendet. Eine Wiederaufnahme der Verhandlungen ist nicht geplant", heißt es in der Mitteilung von Microsoft. SAP erklärte, die Verhandlungen hätten im Rahmen "kontinuierlicher Gespräche" über eine gemeinsame Entwicklungspartnerschaft im Bereich von Webservices begonnen. Microsoft sei dabei an SAP herangetreten, um die Möglichkeit einer Fusion zu diskutieren.

Auch der Walldorfer Softwarekonzern betonte, es gebe keine Absicht, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Die Gespräche über eine Partnerschaft bei Web-Software dagegen mündeten in einer erweiterten Kooperation. SAP habe auch weiterhin die feste Absicht, "partnerschaftlich mit Microsoft zusammenzuarbeiten".

SAP gab zur Begründung der überraschenden Mitteilung an, man habe die letztlich gescheiterten Fusionverhandlungen nun der Öffentlichkeit bekannt gemacht, da man im Zuge einer Stellungnahme zu der rechtlichen Prüfung der vom SAP-Konkurrenten Oracle angestrebten Übernahme von PeopleSoft dem US-Justizministerium alle angeforderten Informationen und Dokumente zur Verfügung gestellt habe. In diesem Zusammenhang sei nicht auszuschließen, dass im Laufe der Verhandlungen vertrauliche und interne Informationen bekannt würden.

Microsoft, im Bereich der Business-Software für mittelständische und große Unternehmen lange Zeit kaum präsent, konnte mit der Übernahme von Great Plains und des dänischen Softwarehauses Navision einigen Boden gut machen. Gegenüber Konkurrenten wie Oracle, Peoplesoft oder SAP, dem weltgrößten Anbieter von Unternehmenssoftware, hinkt Microsoft aber zumindest in diesem Bereich der reinen Business-Software immer noch hinterher. (jk)