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Microsoft zeigt Details zum Auswahlfenster für Web-Browser

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Der US-Softwarekonzern Microsoft begrüßt die gestern bekannt gegebene Entscheidung der EU-Kommission, seine Vorschläge zur Bereitstellung alternativer Web-Browser in Windows weiterzuverfolgen. Außerdem hat das Unternehmen nähere Erläuterungen und Entwürfe zu seinen Vorschlägen herausgegeben. Sie seien auf Basis der Diskussionsbeiträge und Einwände entstanden, die auf die im Juli von Microsoft eingereichten Vorschläge von Konkurrenten auf dem Web-Browsermarkt, PC-Herstellern und Verbänden abgegeben wurden.

Microsofts Vorschlag für ein Auswahlfenster für alternative Web-Browser

(Bild: Microsoft)

Demnach soll der Windows-Nutzer beim Start des Internet Explorer zunächst eine Seite zu sehen bekommen, auf der er darauf hingewiesen wird, dass es weitere Web-Browser gibt. Wenn der Nutzer mit dem Internet verbunden ist, soll er einige Web-Browser für die Installation per Mausklick zur Auswahl angezeigt bekommen. Dabei werde der Internet Explorer nicht als erste Alternative aufgeführt, sondern alphabetisch in eine horizontale Auswahlliste eingereiht. Berücksichtigt werden sollen in der Liste die zwölf meist verbreiteten Web-Browser. Nutzer, die alle angebotenen Web-Browser sehen wollen, müssen höchstwahrscheinlich seitlich scrollen.

An dem ursprünglichen Entwurf hat Microsoft nach eigenen Angaben insgesamt 20 wesentliche Änderungen vorgenommen. Wichtig sei dabei gewesen, dass die Nutzer aus dem Auswahlfenster heraus alternative Web-Browser schnell und einfach herunterladen können. Ebenso sei beim Auswahlfenster auch bedeutend gewesen, dass die Nutzer, die sich nicht sofort entscheiden, später leicht dorthin wiederkehren können. In der Taskbar von Windows 7 sollen die Browser-Icons der Konkurrenz ebenso unterschlupfen können wie das Symbol des Internet Explorer. Nutzer und PC-Hersteller sollen den Internet Explorer in einer Auswahlliste mit Microsoft-Software deaktivieren können.

Microsoft hat laut Mitteilung außerdem Vorschläge der Konkurrenten aufgegriffen, mehr Informationen zur Interoperabilität mit Windows herauszugeben. Das betreffe unter anderem Programmierschnittstellen für Sicherheitssoftware-Hersteller zu Microsofts eigenen Sicherheitsprodukten. Entwickler aus allen Bereichen der Software-Branche einschließlich der Open-Source-Gemeinde sollen Zugriff auf technische Dokumentationen erhalten, damit ihre Produkte mit Microsofts Software harmonieren. Außerdem verspricht der Konzern, sich an einige Industriestandards zu halten und dies auch ausführlich zu dokumentieren. Diese Ankündigungen habe die EU-Kommission begrüßt, teilt Microsoft mit.

Falls die Vorschläge umgesetzt werden, bedeuteten sie große Änderungen für Microsoft, heißt es weiter in der Mitteilung. Zwar habe die EU-Kommission noch keine endgültige Entscheidung getroffen, aber der Konzern gibt sich zuversichtlich, dass das Kartellverfahren zu einem guten Ende geführt werden könne. Das Verfahren war nach einer Beschwerde des norwegischen Web-Browser-Herstellers Opera eingeleitet worden. Die EU-Kommission dringt darauf, dass es bei Windows mehr Auswahl bei Browsern geben soll. Die derzeitige Koppelung des Internet Explorer mit Microsofts Betriebssystem könne den freien Wettbewerb behindern.

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