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Microsofts Angst vor Open Source Software

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Einiges Aufsehen erregt zur Zeit das sogenannte Halloween Document. Dabei handelt es sich um ein Microsoft-internes Memorandum, das die Frage diskutiert, welche Gefahren Microsoft aus Open Source Software (OSS) erwachsen können. Eric S. Raymond, eine prominente Figur der Open-Source-Bewegung, hat das Microsoft-Papier auf seinen Webseiten öffentlich gemacht und kommentiert. Das Halloween-Dokument führt mehrfach Zitate aus Raymonds Thesenpapier zu OSS "The Cathedral and the Bazaar" an.

Laut Meldungen der New York Times und des Wall Street Journal hat Microsoft inzwischen die Echtheit des Memorandums bestätigt. Microsoft habe schon länger seine Aufmerksamkeit auf freie Software gerichtet. Das Papier sei das Ergebnis einer Analyse der Marktbedeutung von Open Source Software und der Konkurrenz, die Microsoft-Produkten aus OSS entwachsen könne. Das Dokument sei seit August unter Microsoft-Angestellten kursiert.

In dem Memorandum wird zugestanden, daß die Qualität und Komplexität von OSS mit kommerzieller Software mithalten kann. Das Papier betont die Vorzüge freier Software-Entwicklung und nennt Beispiele erfolgreicher Open Source Software wie Apache, bind oder sendmail. Auch Linux taucht immer wieder im Text auf; seine Qualitäten im Vergleich mit Windows NT werden betont, seine Gefährlichkeit für NT im Server-Bereich wird ausdrücklich anerkannt. Schließlich schlägt der Autor des Dokuments Strategien vor, mit denen Microsoft einerseits die Bedeutung von OSS vermindern und andererseits die Stärken freier Software-Entwicklung übernehmen kann. (odi)