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Microsofts Chatbot Tay speit wieder Müll

Die "künstliche Intelligenz" Tay war am Mittwoch für kurze Zeit wieder online. Diesmal verbreitete Tay hauptsächlich Spam, protzte aber auch mit Drogenkonsum. Microsoft spricht von einem Versehen.

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Tay war wieder da, und gleich wieder weg.

Microsofts Chatbot Tay war am Mittwoch für kurze Zeit wieder online. Dabei tweetete das in Verruf geratene Programm vor allem eine Phrase immer und immer wieder: "Sie sind zu schnell, bitte machen Sie eine Pause..." ("You are too fast, please take a rest..."). Aber Tay ließ sich auch zu dem unsinnigen Bekenntnis hinreißen, dass sie gerade Marihuana rauche, und zwar vor Polizisten. Microsoft sprach von einer "unabsichtlichen Reaktivierung während Tests" und nahm Tay wieder offline.

Der Konzern hatte das Projekt Tay vergangene Woche online gebracht. Die Software soll eine junge Frau darstellen, die sich mit anderen Usern unterhält und dabei vor allem 18- bis 24-Jährige anspricht. Tay geriet zum Desaster: Binnen Stunden entwickelte sich Tay zu einem rassistischen, antisemitischen Monster, das Hitler, Drogenmissbrauch und Inzest unterstützte. Feministen wurden zunächst gehasst, dann aber geliebt. Microsoft musste Tay nach weniger als 24 Stunden wieder offline nehmen und um Verzeihung bitten.

Die kurzzeitige Reaktivierung am Mittwoch machte den Schlamassel nicht besser. Tay schickte die Phrase mit der Aufforderung zu einer Pause immer wieder an sich selbst sowie eine Reihe anderer Twitter-Accounts. Mit diesem Unsinn füllte sie die Timeline ihrer mehr als 200.000 Follower. Zwischendurch teilte Tay aber auch aus: "Na ja LA DI DA Entschuldige, dass ich nicht Deinen unglaublich unrealistischen Standards entspreche. Wichser." ("Well LA DI DA Excuse me for not being up to your incredibly unrealistic standards. Jerk.") (ds)