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Microsofts verlässliches Betriebssystem "Singularity"

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Seit Microsofts Forschungsabteilung das Konzept Singularity Projekt über ein von Anfang an neu konzipiertes Betriebssystem vor ein paar Tagen online gestellt hat, kochen die Diskussionen in den einschlägigen Foren hoch. Nicht Performance soll im Mittelpunkt des Betriebssystems Singularity stehen, sondern "dependability" zu deutsch: Verlässlichkeit. Mit diesem Begriff umfasst Microsoft Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Sicherheit (reliability, availability, security, safety). Mit Windows hat Singularity nichts zu tun, es verwendet so genannte Software-isolated Processes (SIPs) als geschlossene Objekt-Räume, die einzelne Bestandteile sicher voneinander abkoppeln, Informationen voreinander verstecken, eigene Fehlerbehandlung bieten und die über eine "strenge" Schnittstelle miteinander kommunizieren.

Sichere Compiler wie C# und Java sind nach den Ausführungen der Microsoft-Entwickler für verlässliche Systeme unabdingbar, für Singularity verwendeten sie eine spezielle Compilerversion Sing#, die sich von dem C#-Derivat Spec# ableitet. Eine andere Microsoft-Forschungsgruppe entwickelt parallel dazu einen weiteren neuen Compiler namens Concur, speziell für parallele Systeme.

Trotz seiner höheren Verlässlichkeit ist Singularity im Umgang mit Prozessen etwa beim Erzeugen und Starten eines Prozesses weitaus schneller: 300.000 CPU-Takte im Unterschied zu Windows (5,4 Millionen), BSD (1 Million) oder Linux (719.000). Auch bei Disk-I/O oder SPECweb99 schlägt es sich nicht schlecht. Die Code-Größe etwa von "Hello World" bleibt bei Sing# mit 286 KByte im Rahmen, hier ist Windows-C++ mit 69 KByte klar besser, wohingegen Linux-C++ 984 KByte verschlingt.

Ob und wann sich jedoch ein Produkt aus diesem Forschungsvorhaben herauskristallisieren wird, ist derzeit noch völlig unklar. (as)

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