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Microsofts zweite Auflage des "Browserkrieges"

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Im andauernden Anti-Trust-Prozess gegen Microsoft haben die Kläger neue Beweise präsentiert, die Microsoft schwer belasten. Aus einer E-Mail an Bill Gates, die die Klägeranwälte gestern präsentierten, soll hervorgehen, dass Microsoft den Media Player in Windows XP integriert hat, um den Konkurrenten Real Networks aus dem Markt zu drängen.

Zumindest muss eine solche Strategie in der Microsoft-Führungsetage diskutiert worden sein: Microsoft-Manager Anthony Bay hatte sich 1999 laut der E-Mail an Gates mit der dringenden Bitte gewandt, die "Schlacht Netshow gegen Real durch eine Schlacht Windows gegen Real" zu ersetzen und die Internet-Explorer-Strategie zu verwenden, wo immer dies notwendig sei ("reposition streaming media battle from Netshow vs. Real to Windows vs. Real" und "follow the (Internet Explorer) strategy wherever appropriate").

Die Klägeranwälte präsentierten diese Mail während des Kreuzverhörs von Will Poole, dem Microsoft-Verantwortlichen für die Abteilung "Windows New Media Platform". Poole konnte dagegen lediglich einwenden, er wisse nicht, ob diese Strategie umgesetzt worden sei. Real Networks sei aber -- trotz aller Klagen und Beschwerden -- noch immer Marktführer auf dem Gebiet der Software für Streaming Media. Der Versuch, den Media-Player aus Windows XP zu entfernen, könnte zudem auch die Stabilität von Mitbewerber-Software, wie etwa dem Real Player, gefährden. (wst)

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